Advent, Advent, 20. Türchen

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Vom Umgang mit herausfordernden Zeitgenossen

Die Feiertage nähern sich mit großen Schritten. Ich selbst bin in der glücklichen Lage, dass ich zu Weihnachten niemanden sehen oder besuchen muss, den ich nicht sonderlich mag. Oder mit Menschen zusammensitze, mit deren Ansichten oder Ansprüchen ich so gar nicht kann. Aber Weihnachten ist nunmal für viele das Fest der Familie und die kann man sich – anders als seine Freunde – nicht aussuchen. Und deswegen gehören für viele Menschen gerade an den Feiertagen auch Treffen dazu, die nicht nur Vorfreude auslösen.

Schräges Modell der Welt

Hinter meinem 17. Türchen verbarg sich ja schon der Grundgedanke vom „Modell der Welt“. Manchmal hilft es schon, wenn ich mir bei Onkel Erwins Sprüchen nur denke „schräges Modell der Welt“ oder bei Oma Elfriedes missbilligendem Blick, weil das Besteck nicht „richtig“ liegt, „ihr Modell der Welt“, Gott sei Dank sind mir andere Dinge wichtig.

Freund oder Coach

Heute möchte ich einen weiteren Grundgedanken mit dir teilen, den ich enorm hilfreich finde, um auch mit jenen klar zu kommen, die das Potenzial haben, einen auf die Palme zu bringen.

„Jeder Mensch ist entweder dein Freund oder dein Coach.“ Jetzt denkst du vielleicht: „Was? Wie bitte? Onkel Erwin ist doch kein Coach. Der nervt doch nur.“

Gemeint ist mit dem Satz auch nicht, dass er dir absichtlich was beibringt. Gemeint ist, dass du in jedem Kontakt etwas üben oder lernen kannst. Und wenn du im Kontakt mit Onkel Erwin was üben oder lernen kannst, dann wird Onkel Erwin völlig unbeabsichtigt zu deinem Coach.

Freche Fragen üben

Ich habe zum Beispiel in meinem weiteren Verwandtenkreis einen Onkel, der die Kunst beherrscht, mich mit Fragen zu bombardieren, meist jedoch ohne die Antworten abzuwarten. Die gibt er sich lieber gleich selbst. Früher hat mich das genervt. Geändert hat mein Genervtsein an seinem Verhalten allerdings nichts. Es hat höchstens für Spannungen gesorgt. Heute übe ich, wenn ich diesem Onkel auf größeren Familienfesten begegne, gelassen und amüsiert seinem eigenen Zwiegespräch zu lauschen. Und wenn ich gern antworten möchte, dann äußere ich keine Vorwürfe mehr à la „Du hörst ja gar nicht zu.“ Stattdessen lasse ich ein bisschen das kleine Teufelchen in mir hervorblitzen und übe „freche Fragen“: „Soll ich dir auch verraten, was meine Antwort wäre?“ Wenn ich das Teufelchen nicht raus hole, dann lautet die Antwort eher: „Ach so siehst du das. Ich würde ja eher sagen …“

Mit der Schwiegermutter mitschwingen

Eine gute Freundin von mir hat eine Schwiegermutter, die entweder über Krankheiten spricht oder Gift versprüht, will heißen über ihren eigenen Sohn, über Nachbarn, über andere Verwandte herzieht. Ihre Schwester übt an dieser Schwiegermutter konsequent NLP. Erst geht sie in Rapport und übt pacen, das heißt, sie schwingt mit, indem sie die Schwiegermutter bestätigt. Und im nächsten Schritt übt sie leaden, das heißt, sie probiert aus, die Schwiegermutter in einen besseren Zustand zu bringen und mit ihr über Erfreuliches zu sprechen. Das klingt dann etwa so: „Wie schrecklich.“ „Das ist aber auch furchtbar.“ Oder so ähnlich. Und dann: „Ach schau mal, wie dein Sohn gerade mit den Kindern herumtollt. Das macht er wirklich toll.“ Und so weiter. Auf die Art und Weise hat die Schwester ihren Spaß und die Schwiegermutter fühlt sich sogar wohl dabei und schätzt sie sehr. Auch wenn die beiden in der Regel viele Schleifen drehen, weil die Schwiegermutter immer weiter lästert und die Schwester geduldig darauf eingeht und den Fokus wieder auf Positives lenkt.

Also: Bei wem kannst du an den Feiertagen Gelassenheit üben oder die Kunst, schlaue Fragen zu stellen?

 

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Aufbruchs- und Dranbleibcoach ingrid-rund

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1 Antwort

  1. 21. Dezember 2016

    […] reagieren könntest, dann lohnt es sich, in die Sicht von außen zu wechseln. Gestern habe ich dir „Freund oder Coach“ als Strategie vorgestellt, wie du mit herausfordernden Zeitgenossen, falls du solchen an den […]

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