Die Angst vor der Leere danach

Feder-Stein

Manche Menschen haben richtiggehend Angst davor, ein Ziel zu erreichen, ein Projekt abzuschließen. Sie haben Angst vor der Leere danach. Gerade wenn ich über einen langen Zeitraum hinweg auf ein Ziel hingearbeitet habe, besteht die Gefahr, dass ich mich zwar zunächst freue, wenn ich es endlich erreicht habe. Danach aber fehlt die Energie, der Antrieb, aus dem sich das Ziel gespeist hat. Gerade in Schlussphasen mobilisieren wir ja oft große Energiereserven. Und dadurch können wir, wenn wir nicht vorbeugen, in ein regelrechtes Energie- und Motivationsloch fallen.

Wer lange an einer Abschlussarbeit geschrieben hat, kennt vielleicht sowohl die Freude darüber, endlich fertig zu sein, als auch die Leere danach. Und deswegen bin ich ein großer Fan davon, die Zeit „danach“ vorher zu planen.

Erstmal Erfolge feiern

Versteh mich bitte nicht falsch: ich finde, wenn du über einen längeren Zeitraum, womöglich unter Volldampf, auf ein Ziel hingearbeitet hast, dann hast du es dir verdient, den Erfolg, endlich angekommen zu sein, zu feiern. Und du hast dir eine Pause verdient. Und die solltest du dir auch wirklich gönnen. Und die Zeit „danach“ so organisieren, dass dafür auch Raum ist. Ich finde es enorm wichtig, Erfolge auch gebührend zu feiern und erreichte Gipfel eine Weile zu genießen.

Doch gerade um das Feiern und die Pause wirklich zu genießen, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass das Erreichen eines Ziels auch damit verbunden ist, dass eine Lücke entsteht.

Klar heißt es: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Doch am Ende der WM ist die nächste eine Weile hin. Und am Ende eines Studiums beginnt für die meisten Menschen eben nicht gleich das nächste. Und für viele Projekte – die großen wie die kleinen – gilt das in der Regel auch.

Lustvoll Vorbeugen

Gegen die Leere und das Energietief „danach“ hilft nach meiner Erfahrung am besten rechtzeitiges Vorbeugen. Was nicht heißt, sich gleich wieder ins nächste Mammutprojekt zu stürzen.

Im Gegenteil: ich plane eine Weile bevor ich ein solch großes Etappenziel erreiche, was ich danach lustvoll angehe. Vielleicht hast du meinen Artikel „Warum auch das Lavendelbad einen Termin braucht“ gelesen. Da habe ich schon einmal darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, bewusst und aktiv erfreuliche Tätigkeiten einzubauen. Und aus meiner Sicht bietet sich die Zeit nach einem längeren Projekt geradezu perfekt an, um erholsame und lustvolle Aktivitäten fest einzuplanen.

Wenn ich für mein Ziel viel Zeit am Schreibtisch verbracht habe, dann plane ich für mein Wohlergehen und gegen das Tief danach gern Aktivitäten ein, die mich wieder mehr in Bewegung bringen: eine längere Radtour, eine Zeitlang jeden Tag Schwimmen gehen. Oder ich gehe – vielleicht endlich wieder- mehr Walken mit Freundinnen.

Damit schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: ich belohne mich und ich beuge dem Loch vor.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Ich habe gerade aktuell wieder diese Strategie angewandt. Am Samstag ging meine Challenge zu Ende und auch wenn 7 Tage Challenge nach einem überschaubaren Zeitraum klingt, so waren doch die Wochen davor gut gefüllt, mit der Einrichtung des neuen Blogs und den damit verbundenen technischen Herausforderungen, mit der Erstellung der Inhalte, mit der Werbung für die Challenge und und. Und in der Woche selbst kam dann völlig überraschend noch ein dreitägiges Training dazu, sodass ich gut unter Strom stand.

Am Samstag habe ich mir dann einen ausgiebigen Saunaaufenthalt gegönnt und diese Woche steht vermehrt Walken und Fahrrad fahren und Yoga auf dem Programm. Deswegen gibt es jetzt auch noch keinen neuen Onlinekurs, sondern ich habe ein Webinar zum Thema Stressmanagement „ausgegraben“, das ich vor einigen Jahren gehalten habe. Das Thema hat ja nichts an Aktualität eingebüßt.

Natürlich ist auch bei mir nach dem Spiel vor dem Spiel und ich fange allmählich an, über die nächste Onlineaktion nachzudenken. Denn auch das Träumen von der nächsten Aktion hilft, wieder neue Energien zu moblisieren.

Wie ist es bei dir? Was würde dir guttun? Welches Ziel verfolgst du gerade und wie kannst du dich danach belohnen und dem möglichen Tief vorbeugen?

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, gefällt dir vielleicht auch ...

1 Antwort

  1. 19. Oktober 2017

    […] „Leere danach“. Ich habe selbst vor rund anderthalb Jahren hier auf diesem Blog einmal darüber geschrieben. Insofern hatte ich Ideen, wie ich diese erste freie Woche nach dem Arbeitsmarathon lustvoll […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.