Die Kraft des Momentums – vorhandene Bewegung nutzen

Die Kraft des Momentums
(c) Can Stock Photo / tongdang

Eine Spielart zu hoher Hürden

Zum Abschluss der kleinen Serie rund um das Thema der Integration von Veränderungen in unser Leben, widme ich mich heute einer weiteren Spielart zu hoher Hürden, die mir immer wieder begegnet – der Variante, die entsteht, wenn ich es mir selbst unnötig schwer mache, mein Vorhaben umzusetzen, weil ich gegen die Kraft des Momentums arbeite.

Wenn ich gegen die Kraft des Momentums arbeite

Ende letzten Jahres bekam ich als Antwort auf die Frage: „Wie kann ich das, was mir gut tut, in meinen Alltag integrieren?“, die folgende Antwort: „Ich würde ja gern regelmäßig schwimmen gehen, aber bei uns im Schwimmbad sind bis 20 Uhr die Vereine drin. Und es fällt mir schwer, mich dann nochmal aufzuraffen.“

Das hat mich nicht überrascht. Wenn ich erst einmal auf meiner gemütlichen Couch sitze, dann komme ich nur mühsam wieder hoch. Weil ich in gewisser Weise gegen die Fliehkraft anarbeite oder anders gesagt, gegen die Kraft des Momentums.

Was in Bewegung ist, bleibt in Bewegung

Momentum bezeichnet eine einfache physikalische Regel: Gegenstände, sind sie einmal in Bewegung, bleiben in Bewegung. Eine große Menge Energie braucht es nur für den Übergang von Stille zu Bewegung und umgekehrt. Wenn du mal im Bordcomputer auf den Benzinverbrauch bei deinem Auto guckst, siehst du, dass beim Anfahren der höchste Verbrauch ist. Und zum Bremsen braucht es dann die Kraft des Bremskraftverstärkers.

Lieber hinterher länger entspannen

Für die Integration von neuem Verhalten heißt das: es ist sehr viel leichter, aufzuräumen oder zum Sport zu gehen, wenn ich es tue, solange ich noch in Bewegung bin – zum Beispiel gleich im Anschluss an die Arbeit. In einem der Webinare, die ich zum Thema „Gute Vorsätze dauerhaft umsetzen“ gehalten habe, bestätigten mehrere Teilnehmer, dass es leichter ist, aus der Bewegung heraus die nächste Aktion anzugehen. Du machst es dir unnötig schwer, wenn du dir vorher „nur kurz“ Entspannung gönnst. Lieber hinterher länger und guten Gewissens zufrieden entspannen.

Und wenn das, wie im Beispiel oben, aufgrund externer Faktoren nicht möglich ist, dann überleg dir Strategien, um in Bewegung zu bleiben, bis das Schwimmbad leer ist oder such dir ein anderes Schwimmbad. Natürlich ist es auch möglich, erneut in Bewegung zu kommen – aber es ist eben ungleich schwerer.

Mit Minimalzielen starten

Auch wenn du Aufgaben vor dir her schiebst, kannst du dir die Kraft des Momentums zunutze machen. Setz dir zu Anfang ein kleines Minimalziel. Wenn du dann erst einmal angefangen hast, kann es gut sein, dass es läuft „wie geschmiert“ und du mit Leichtigkeit weitermachst – weit über das anfangs gesetzte Minimalziel hinaus. Dann hilft dir das Momentum und hält dich in Bewegung. Du musst im Grunde „nur“ den kritischen Punkt vom Stillstand zur Bewegung überbrücken und ab dann bist du im TUN.

Mir geht es so, wenn die Buchungen für die Steuer anstehen. Buchhaltung gehört nicht eben zu meinen Lieblingsaufgaben. Also setze ich mir als Minimalziel, wenigstens für 10 Minuten anzufangen. Wenn ich dann angefangen habe, möchte ich meist wenigstens ein Etappenziel, also ein oder zwei Monate oder ein ganzes Quartal fertig bekommen. Hätte ich mir dieses größere Ziel gleich gesetzt, wäre die Hürde anzufangen zu hoch gewesen und ich hätte mich vermutlich nicht dazu durchgerungen. Aber 10 Minuten, das geht immer. Und wenn ich dann nach 10 Minuten wirklich keine Lust habe, weiterzumachen, dann gestehe ich mir auch zu, es für heute dabei zu belassen. Aber das kommt eher selten vor. Und so habe ich mich in gewisser Weise selbst überlistet, indem ich klein angefangen und dann auf die Kraft des Momentums gesetzt habe.

Kennst du das? Überlistest du dich auch manchmal selbst?

 Die Autorin: Ingrid Huttary, NLP-Lehrtrainerin und NLP-Lehrcoachingrid-rund

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2 Antworten

  1. Andreas sagt:

    Liebe Ingrid, das kann ich nur bestätigen! Bei meiner Tochter und dem Thema Hausaufgaben ist das meistens DER Hebel …

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