Die Macht der Wörter über unseren Körper

Wörter wirken - Frau mit Rauchwolken aus den Ohren

Die Macht der Wörter über unseren Körper

In der letzten Woche habe ich mir einen Vortrag von Maja Storch angehört und angefangen das Buch Magic Words von Cora Besser-Siegmund zu lesen. Sowohl im Vortrag als auch im Buch geht es um die Wechselwirkung zwischen unserer Sprache, den Wörtern, die wir nutzen und unserem Körper.

Wörter wirken sehr unmittelbar

Im NLP geht es sehr oft um Sinneswahrnehmungen und deren Wirkung und natürlich auch immer wieder um Sprache. Nicht nur Sinneseindrücke, wie Bilder oder Düfte, sondern auch Wörter wirken sehr unmittelbar und zwar weitaus körperlicher, als wir uns gemeinhin bewusst machen. Maja Storch nutzt als Beispiel in ihren Vorträgen gern das Wort Darmspiegelung. Die meisten Menschen reagieren unmittelbar mit unartikulierten Lauten.

Wörter wirken auf alle Hirnregionen

Das zeigt deutlich, dass Wörter nicht nur auf unser Großhirn wirken, den Sitz des Sprachzentrums, sondern auch auf die älteren Regionen des Gehirns im limbischen System, den Sitz der unmittelbaren Emotionen. Kein Mensch reagiert auf das Wort Darmspiegelung mit einem elaborierten Satz, wie etwa: „Oh, das ist aber bestimmt eine unangenehme Erfahrung“, wie er der Großhirnrinde entstammen würde. Vielmehr erfolgt die allererste Reaktion physisch mit mehr oder minder deutlich sichtbaren Muskelkontraktionen und eben mit Lauten, wie sie in Comics manchmal genutzt werden: Argg, umpff, iihh. Alles Reaktionen aus dem Mittelhirn.

emotionale Wirkung

Welche Emotion ein Wort in uns auslöst, hängt von unserem Erfahrungswissen ab, von der Nutzung des Wortes in unserem Umfeld und von unserer persönlichen Lebensgeschichte. Das Wort Hund erzeugt bei einem Hundeliebhaber meist positive, warme Gefühle. Der Mensch, der als Kind mal einen Riesenschreck bekommen hat, beim Anblick eines großen Hundes und seither Angst vor Hunden hat, erschauert eher. Beide denken jedoch übereinstimmend an ein vierbeiniges, bellendes Felltier.

Und das Wort Darmspiegelung erzeugt bei Menschen, die sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben, weniger aversive Emotionen als bei jenen, die schon eine Vorstellung haben, was da passiert. Bei letzteren ist das Wort ganz anders neuronal vernetzt.

verblüffende Experimente

Warum erzähle ich dir das alles? Wir denken und reden den ganzen Tag. Den ganzen Tag nutzen wir also Wörter. Und machen uns doch sehr selten bewusst, wie unmittelbar diese Wörter auf unseren Körper wirken. Die so genannte Priming-Forschung hat zur Wechselwirkung zwischen Worten und Körper etliche verblüffende Experimente veranstaltet.

erwiesene Wechselwirkung

Wer Sätze mit Wörtern, die mit Alter assoziiert sind, verwendet, der bewegt sich anschließend langsamer. Das Ganze funktioniert auch umgekehrt. Probanden, die fünf Minuten betont langsam umhergehen mussten, fiel es leichter im Anschluss Wörter, die mit alten Menschen assoziiert sind, zu identifizieren. So das Ergebnis einer Studie des Teams um den amerikanischen Psychologen John A. Bargh.

Was sind deine Lieblingswörter?

Im Sportcoaching wird die Macht von Wörtern, die mit Erfolg assoziiert sind, schon lange eingesetzt. Jetzt frage ich dich: Was sind deine Lieblingswörter? Hast du mal bewusst darauf geachtet, wann „es dich wieder denkt“? Denkst du über dich, dass du schön und klug bist? Oder beschimpfst du dich öfter mal selbst, wenn etwas schief geht?

Vielleicht hast du Lust auf ein kleines Experiment: achte mal eine Woche lang darauf, welche Wörter oder Sätze du besonders häufig denkst. Welche körperlichen Reaktionen gehen damit einher?

 

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Selbstwirksamkeit und Lebensfreudeingrid-rund
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