Die zweitbeste Lösung

Wunderlampe - zweitbeste Lösung

Die zweitbeste Lösung

Diese Woche habe ich ein Weilchen gebraucht, bis ich einen Anfang zu Papier gebracht habe. Vielleicht weil ich das Thema „die zweitbeste Lösung“ so wichtig finde. Ich habe letztens auf einer Autofahrt mal wieder Gunther Schmidt gehört. Gunther Schmidt ist hypnosystemischer Coach und Organisationsentwickler und Schüler des Entwicklers der modernen Hypnotherapie Milton Erickson.

In seinem Vortrag sprach Gunther Schmidt davon, dass er zunächst davor zurückgeschreckt war, offen von der zweitbesten Lösung zu sprechen. Das klingt ja auch in Zeiten, in denen scheinbar alles möglich ist, weder sexy noch attraktiv. Und ist doch so erleichternd und sinnvoll.

Sehnsuchtsziele

Viele Menschen sehnen sich danach, allem gerecht zu werden. Oder auch alles zu erreichen, wovon sie träumen. Möglichst noch ohne großen Aufwand. Das ist ja auch verständlich. Es wäre doch auch wirklich schön, wenn ich ganz viel Zeit mit der Familie verbringen könnte, gleichzeitig auch im Beruf super erfolgreich wäre und noch genug Zeit für Hobbies, Freunde, Sport und vielleicht noch gemeinnützige Aktivitäten hätte.

Die Zwickmühle

Und je nachdem, in welcher Branche ich unterwegs bin und wie geschickt ich es anstelle, ist das vielleicht sogar zu bewerkstelligen. Aber oft lassen sich unsere Sehnsüchte nicht vereinbaren. Wenn ich mich dafür entschieden habe, als Führungskraft in einer bestimmten Firma oder Branche zu arbeiten und dort herrscht grad ein rauer Wind, dann ist es oft so, dass ich eben nicht einfach zugunsten meiner Familie kommen und gehen kann, wie es für diese am besten wäre. Und paradoxerweise nehme ich all die Einschränkungen in diesem Betrieb aber gerade für die Familie auf mich. Und schon habe ich eine Zwickmühle.

Manchmal ist Demut gefragt

Ich möchte finanzielle Sicherheit bieten und für meine Familie da sein. Wenn ich jetzt verzweifelt versuche, beides perfekt hinzubekommen, bin ich im Grunde schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt. Wenn ich aber akzeptiere, dass es nur zweitbeste Lösungen gibt, dann wirkt das enorm erleichternd. Dann lege ich mich eben beruflich ins Zeug und nehme in Kauf, dass ich um den Preis der Sicherheit nicht so viel am Familienleben teilnehme. Oder ich gehe das Risiko ein, dass ich in der Firma nicht mehr befördert werde und gehe früher heim. Wenn dann noch einer meiner Werte Zuverlässigkeit ist, dann wird es doppelt schwer, nicht alles zu schaffen. Und gerade dann ist es so wichtig, demütig anzunehmen, dass ich eben nicht alles schaffen kann und dass das große Sehnsuchtsziel, alles hinzubekommen, nicht realistisch ist.

Wenn Welten aufeinanderprallen

Ein anderes unlösbares Beispiel habe ich letztens bei mir im Seminar gehört habe. Meine Teilnehmerin liebt es, wenn sie ihre Familie um sich scharen kann. Wenn die Kinder und die Enkel da sind und alle am großen Tisch zusammen sitzen. Wenn ganz viel Lebendigkeit im Haus ist. Ihr Partner hingegen findet so viel Gewusel und Gerede ganz furchtbar. Er ist gern allein und mag es gern ruhig. Solange sie jetzt permanent versucht, es allen Recht zu machen, bei allen für Verständnis zu werben und sich zuständig dafür fühlt, dass es am besten immer allen gut geht, hat sie keine Chance. Auch wenn sie versucht, ihn dazu zu bewegen, ihre Vorliebe zu teilen, hat sie wenig Aussicht auf Erfolg. Das Sehnsuchtsziel, dass alle sich mit allen möglichst immer wohlfühlen ist nicht zu erreichen.

Die Erleichterung der zweitbesten Lösung

Da ist die zweitbeste Lösung doch enorm erleichternd. Eine könnte lauten, dass er seinen Rückzugsraum bekommt und nicht am Gewusel teilnimmt. Eine andere Lösung könnte sein, dass er teilnimmt und es eben nicht genießt. Oder, oder …

In welchen Zwickmühlen hängst du fest? Und wie könnte deine zweitbeste Lösung aussehen?

 Die Autorin: Ingrid Huttary, NLP-Lehrtrainerin und NLP-Lehrcoachingrid-rund

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2 Antworten

  1. Peggy sagt:

    Die zweitbeste Lösung – welch geniale Idee in dieser perfektionslastigen Zeit! Und selbst die Dritt- oder Viertbeste geht noch!
    80 % ist gut genug – ich muss nicht immer 150 % bringen – das ist mein Leitspruch dazu.
    Liebe Ingrid, ich lese Deine Artikel so gerne und empfehle natürlich auch Deinen Adventskalender weiter.
    Einen herrlich unperfekten Tag wünscht Dir Peggy

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