So entmachtest du unliebsame Zeitgenossen

Anker verschmelzen - Weichen stellen

Der Dauerbrenner – unliebsame Zeitgenossen

Ob Schwiegermütter, Kollegen oder Chefs. Wir haben im Alltag immer wieder mit Menschen zu tun, die wir uns nicht aussuchen können. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass in meinen Seminaren immer wieder die Frage aufkommt: Wie kann ich dafür sorgen, dass ich besser mit den Mitmenschen klarkomme, die mir nicht auf Anhieb nur sympathisch sind, die mich vielleicht sogar auf die Palme bringen?

Oft fühlen wir uns solchen Zeitgenossen hilflos ausgeliefert. Ich kann ja schlecht jedes Mal kündigen, wenn in meiner Abteilung ein Unsympath arbeitet. Und wenn ich meinen Partner liebe und mit ihm zusammenbleiben möchte, komme ich seiner Mutter meist nicht aus.

Das flexible Gehirn

Zum Glück habe ich jedoch, selbst wenn ich das Zusammentreffen mit ungeliebten Artverwandten nicht umgehen kann, noch reichlich Spielraum, um den Umgang zu gestalten. Denn unser Gehirn ist wunderbar flexibel. Das unterschätzen die meisten Menschen. Auch weil es leider noch kein Schulfach gibt, in dem wir lernen, diese Flexibilität aktiv zu erweitern und im Alltag zielführend einzusetzen. Mit ein bisschen Mut zu kreativer Gestaltung von Begegnungen und dem nötigen Wissen, darum, wie das gelingen kann, lässt sich viel unnötiges Leid abwenden.

Normalerweise nehmen wir unserer Gefühle als gegeben hin. Der Chef ist unsympathisch, womöglich cholerisch. Wir fühlen uns unwohl oder schlecht, haben vielleicht auch Angst oder sind massiv gestresst. Die Welt da draußen ist, wie sie ist und wir reagieren. Manche Menschen überlegen sich vielleicht noch, wie sie selbst sich verhalten wollen. Ob sie weiter lächeln, obwohl sie am liebsten weglaufen würden oder ob sie, ungeachtet aller Konsequenzen, dem anderen Mal so richtig die Meinung sagen.

Unwillkürliche Reaktionen umpolen

Mit NLP gibt es eine elegantere Variante, wie wir unsere eigene Reaktion auf eigenwillige Kommunikationsangebote unserer Umwelt quasi neu polen können. Ich illustriere das mal am Beispiel einer Teilnehmerin. Nennen wir sie für diesen Beitrag Lena. Lena arbeitet in einem mittelständischen Unternehmen und kommt dort mit den meisten Menschen gut aus. In diesem Unternehmen gibt es allerdings eine Führungskraft, die insgesamt sehr unbeliebt ist und der nach Möglichkeit die Mitarbeiter aus dem Weg gehen.

Auch Lenas automatische Reaktion auf diese Frau war von Unwillen und schlechter Laune geprägt. Als wir im Seminar darüber sprachen, wie wir unwillkürliche Reaktionen entmachten können, indem wir „einfach“ andere automatische Reaktionen erzeugen, wollte Lena das sofort auf besagte Kollegin anwenden.

Reiz-Reaktions-Koppelung – Anker verschmelzen

Und es funktionierte phantastisch. Die Methode, die wir genutzt haben, basiert auf dem klassischen Ankern. Ankern ist im Grunde nichts anderes als klassisches Konditionieren. Ein äußerer Reiz wird willkürlich mit einem anderen Reiz gekoppelt.

Um Lenas Reaktion auf die Kollegin zu verändern, haben wir zwei Reize aneinander gekoppelt. Im NLP sprechen wir von „Anker verschmelzen“. Der erste Reiz ist ein starkes positives Gefühl, der zweite Reiz ist einfach die Kollegin. Das Ziel der Übung ist, dass der Anblick der Kollegin bei Lena automatisch das positive Gefühl weckt, statt des bisherigen negativen. Lena spürte, dass sie ein starkes Gefühl braucht, um ihre unwillkürliche Reaktion auf die ungeliebte Kollegin umzupolen. Sie wählte daher als positives Gefühl große Heiterkeit.

Heiterkeit auf Knopfdruck

Am einfachsten funktioniert das Verschmelzen, wenn ich beide Reize quasi per Knopfdruck auslöse, indem ich sie mit einer Berührung verbinde. Ich habe also Lena in einen Zustand großer Heiterkeit geführt und als sie gut im Zustand war, ihr linkes Knie mit dem Zeigefinger berührt. Im nächsten Schritt habe ich sie gebeten, an die Kollegin zu denken und während sie dies tat, ihr rechtes Knie mit dem anderen Zeigefinger berührt. Dann habe ich getestet, ob die Berührungen jeweils die Gefühle und Gedanken auslösten.

Im nächsten Schritt habe ich dann zunächst Lenas linkes Knie gedrückt und während sie dadurch große Heiterkeit empfand, gleichzeitig das rechte Knie gedrückt gehalten und so das Bild der Kollegin abgerufen und mit dem Gefühl von Heiterkeit verbunden. Damit der Zustand der Heiterkeit während dieses „Verschmelzungsprozesses“ erhalten blieb, habe ich Lena mithilfe von hypnotischen Suggestionen dabei unterstützt, die Heiterkeit beizubehalten.

Völlig neue Erfahrungen

Das Ergebnis dieser Arbeit ist phänomenal. Lena muss seither jedes Mal lächeln, wenn sie die Kollegin sieht. Was wiederum dazu führt, dass die Kollegin Lena inzwischen ausgesprochen sympathisch findet.

Für jemanden, der noch nie mit solchen nichtkognitiven Methoden gearbeitet hat, klingt das jetzt sicher ziemlich spooky. Es braucht manchmal ein bisschen Übung, bis es funktioniert. Tatsächlich lassen sich auf diesem Wege unwillkürliche Reaktionen effektiv wandeln. Während bloße ans Großhirn adressierte Ratschläge à la „du musst das nicht so persönlich nehmen“ oder „du musst da einfach gelassen bleiben“ in der Regel wenig hilfreich sind.

Übrigens heißt das nicht, dass du ab jetzt jeden Menschen mögen musst. Es geht nur darum, die Freiheit zu haben, sich nicht mehr automatisch runterziehen zu lassen.

Fällt dir spontan jemand ein, auf den du gern unwillkürlich anders reagieren würdest?

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Aufbruchs- und Dranbleibcoach ingrid-rund
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