Strategien zur Gelassenheit

junge Frau - Strategien zur Gelassenheit

Strategien zur Gelassenheit

Diese Woche halte ich mal wieder ein Seminar zum Thema „Strategien zur Gelassenheit“. Manche Menschen beeindrucken ihre Umwelt, weil sie deutlich gelassener auf die vielen verschiedenen Anforderungen des Alltags reagieren als andere. Und manch einer fragt sich. Wie machen die das nur?

Mangelnde Gelassenheit schadet der Gesundheit

In vielen Fällen schadet mangelnde Gelassenheit auf Dauer der Gesundheit – und natürlich dem beruflichen Erfolg. Deswegen wünschen sich viel Menschen, in stressigen Situationen öfter ruhig und souverän zu bleiben. Doch wer sich vornimmt, zukünftig gelassener zu sein, merkt oft schnell, dass das leichter gesagt als getan ist. Es lässt sich nicht ohne Weiteres ein Schalter umlegen, und schon ist man gelassen. Wie so oft im Leben reicht allein der gute Vorsatz nicht aus.

Automatismen entgegenwirken

Was es braucht, sind Strategien, die den aufbrausenden Automatismen oder den Stressreaktionen entgegenwirken. Wie so oft, nützt es gar nichts, auf Vernunft als erste Reaktion zu setzen. Denn unser Verstand mit Sitz im Großhirn ist nun einmal langsamer als unsere blitzschnellen Bewertungen und darauf basierenden physiologischen Reaktionen aus Stamm- und Mittelhirn.

Das heißt, im allerersten Moment reagiere ich automatisch, wenn mich etwas erschreckt, verärgert oder ich mich überfallen oder verletzt fühle. Aber das betrifft tatsächlich nur die ersten Millisekunden. Danach kann ich meinen bewussten Verstand nutzen, um meine Reaktion umzulenken.

NLP Strategien verinnerlicht

Als geübte Anwenderin von NLP habe ich im Laufe der Jahre einige Strategien tief verinnerlicht. Meine Töchter machen dieses Jahr Abitur. Und deswegen habe ich als ehemalige Elternvertreterin – für 18-jährige gibt es keine Elternvertreter mehr – nochmal eine Email an alle Eltern geschrieben, mit der Bitte, Ideen zu produzieren, wie wir uns an der Abschlussfeier beteiligen.

Die erste Antwort, die ich erhielt, war die einer Mutter, die der Meinung war, wir als Eltern sollten uns im Hintergrund halten und sie würde keine Elternaktion mitmachen. Von ihrer Tochter und deren Freunden würde sie nichts Gegenteiliges hören. Ich gebe zu, mein erster Gedanke war: „Blöde Kuh.“ Ich engagiere mich und investiere Zeit und Energie und bekomme als erstes einen vor den Latz.

Ihr Modell der Welt

Früher hätte ich mich da reinsteigern können und wäre mindestens den ganzen Abend sauer gewesen und hätte mich aufgeregt. Inzwischen wende ich jedoch meine Strategien zur Gelassenheit an. Als allererstes schoss mir in den Kopf: Ihr Modell der Welt. Andrea darf anderer Meinung sein als ich. In ihrem Modell der Welt darf meine Idee, dass wir Eltern uns einbringen, doof oder überflüssig sein. Und: ich darf weiterhin anderer Meinung sein.

Positive Absichten

Als nächstes habe ich wahrgenommen, dass wir beide unterschiedliche positive Absichten verfolgen. Ich weiß zwar nicht genau, was ihre sind, aber ich habe genug Phantasie, um mir welche auszudenken. Vielleicht möchte sie, dass die jungen Erwachsenen die Bühne für sich allein haben, dass die Eltern nicht peinlich sind, sich nicht in den Vordergrund spielen. Das finde ich alles nachvollziehbar. Meine positive Absicht ist, dass wir unseren Kindern zeigen, dass sie uns wichtig sind, dass wir sie würdigen möchten, dass wir uns für sie ins Zeug legen.

Indem ich über Andreas Absichten nachgedacht habe, hat sie mich sogar inspiriert mit ihrer Reaktion, weil ich dann angefangen habe, darüber nachzudenken, wie wir Eltern uns einbringen können, indem wir die Kinder in den Vordergrund stellen. Und entwickle derzeit Ideen in die Richtung.

Bedeutung aktiv vergeben

Einer meiner Lieblingssprüche aus dem NLP Feld ist der Spruch von Anthony Robbins: „Nichts hat irgendeine Bedeutung außer der, die ich ihm gebe.“ Meine erste automatische Bewertung war die, dass da jemand mein Engagement nicht würdigt, dass jemand gegen mich ist. Wenn ich diese Bedeutungsgebung beibehalten hätte, dann wäre ich wütend und schlecht gelaunt geblieben. Indem ich aber an meiner Deutung gearbeitet habe, hat mich der Gegenwind sogar inspiriert.

Übung macht den Meister

Das Beispiel hat mir selbst noch einmal gezeigt, dass bei mir inzwischen auf jeden Fall gilt: Übung macht den Meister. Das bestätigen mir auch meine Töchter: Ich habe vor einigen Tagen im Zuge einer Befragung, die ich für ein Projekt gemacht habe, auch meine Töchter gefragt, was sie an mir schätzen. Und beide waren sich einig, dass ich so angenehm entspannt bin. Das hat mich wirklich positiv überrascht.

Und ich bin mir ganz sicher, dass mein Bruder oder Freunde, die mich mit Anfang 20 kannten, mir niemals attestiert hätten, dass ich angenehm entspannt bin. Ich habe früher beim Autofahren viel geschimpft und geflucht, ich habe mich über vieles aufgeregt und war schnell gereizt und genervt.

Ist es mir das wert?

Natürlich spielt auch das Alter eine Rolle, aber es ist eben tatsächlich so, dass ich inzwischen für mich automatisiert habe, dass andere Menschen andere Ansichten und andere positive Absichten haben dürfen. Und ich frage mich auch sehr schnell: Ist es mir das wert, mich darüber aufzuregen? Kann ich was ändern? Will ich Energie da hineinstecken? Und wenn nicht, will ich mir dann damit das Leben vergällen?

Und du? Hast du deine Strategien zur Gelassenheit?

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Selbstwirksamkeit und Lebensfreudeingrid-rund
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