War das die Absicht deiner Kommunikation?

Schimpfender Vater

War das die Absicht deiner Kommunikation?

Rein theoretisch wäre Kommunikation ganz einfach. A sagt etwas, B versteht es. Am besten natürlich so, wie A es gemeint hat. Und hier zeigt sich bereits, dass es dann doch nicht ganz so einfach ist mit der Kommunikation.

Die Wirkung bestimmt der Empfänger

Deswegen gibt es so schöne Definitionen wie diese: Kommunikation ist nicht das, was A sagt, sondern das, was bei B ankommt. Im NLP lautet diese Definition noch ein bisschen anders und gehört dort zu den Grundannahmen: „Die Bedeutung von Kommunikation ergibt sich aus der Reaktion, die sie hervorruft – nicht aus der Absicht des Senders.

Kommunikation variieren

Das heißt es reicht nicht, gute Absichten zu haben. Es wäre schon auch noch sinnvoll, eine Vorstellung davon zu haben, welche Reaktion eine Äußerung auslösen könnte. Und Erfahrungswerte ernst zu nehmen, um meine Kommunikation zu variieren.

Wenn beide das Beste wollen

Letztens kam im Seminar eine Teilnehmerin auf mich zu, nachdem wir über genau dieses Thema gesprochen hatten. In ihrer Familie sind die Rollen klar verteilt. Sie ist die Verständnisvolle und Nachgiebige, ihr Mann der Hardliner gegenüber den Kindern und deren Bedürfnissen und Anliegen.

Beide wollen nur das Beste für die Kinder. Sie verfolgen ihre guten Absichten halt nur mit sehr unterschiedlichen Strategien. Er möchte die Kinder zu sozialkompetenten Menschen erziehen, indem er viel kritisiert und fordert. Nach dem Motto: das müssen die jetzt lernen. Sie möchte auch, dass die Kinder sozialkompetent unterwegs sind. Sie verfolgt ihr Ziel jedoch, indem sie die Kinder „an der langen Leine“ laufen lässt, nach dem Motto: vieles verwächst sich schon. Und solange sie die wichtigen Grundregeln des Miteinanders berücksichtigen, ist es ihr jetzt auch wichtig, dass die Kinder eine schöne Jugendzeit haben

Langfristig versus kurzfristig

Die langfristige Reaktion bzw. das langfristige Ergebnis der beiden positiven Absichten lässt sich heute natürlich noch nicht messen. Und später lässt sich sicher trefflich darüber streiten, was überhaupt welchen Effekt hatte.

Was sich aber bereits heute im Alltag wahrnehmen lässt, ist die unmittelbare Reaktion der Kinder. Wenn der Vater in der besten aller Absichten, aber leider eher unfreundlich und fordernd kritisiert, verlassen die pubertierenden Kinder häufig wutschnaubend den Raum. Und beklagen sich später bei der Mutter, dass der Vater ständig nur nörgele und sie ihm so gar nichts Recht machen könnten.

Wenn die Absicht nicht fruchtet

Und die von der angespannten Situation oft gestresste Mutter hat den Eindruck, dass die gute Absicht des Vaters so gar nicht fruchtet. Deswegen war sie sehr angetan, von der Idee, Absicht und Wirkung der eigenen Kommunikation zu überprüfen. Und dann immer wieder die eigene Art und Weise der Kommunikation anzupassen, um Absicht und Wirkung öfter in Einklang zu bringen.

Sie kann jetzt als erstes üben, Absicht und Wirkung deckungsgleich zu gestalten, bei dem Versuch ihren Mann zu mehr positivem Feedback gegenüber den Kindern zu bewegen, indem sie ihm das Konzept von Absicht und Wirkung nahelegt. Nach meiner Erfahrung kein ganz leichtes Unterfangen. Schließlich ist dessen positive Absicht auf langfristige Erfolge ausgerichtet, die heute nicht messbar sind.

Wie sieht es bei dir aus? Kennst du die Diskrepanz zwischen Absicht und Wirkung?

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Aufbruchs- und Dranbleibcoach ingrid-rund
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