Zeig Zähne – Wozu der Körper so alles gut ist

 Körper und Geist

Zeig Zähne – Wozu der Körper so alles gut ist

Im NLP lehren wir es ja schon lange, dass Körper und Geist eine untrennbare Einheit bilden. Und in meinem Artikel zu den Schlaghosen vom März letzten Jahres habe ich auch schon mal erwähnt, dass sogar unsere Knochen mit unserem Gemütszustand interagieren.

Erkenntnisse zum Embodiment

Vor ein paar Tagen habe ich mir bei einer längeren Autofahrt einen Vortrag von Maja Storch zur so genannten Embodimentforschung angehört. Maja Storch berichtet darin von einer Reihe von spannenden Erkenntnissen zum Zusammenhang zwischen Körperhaltung und Informationsverarbeitung.

Die Forscher Weisfeld und Beresford zum Beispiel haben bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts in den USA untersucht, wie psychisches Erleben den Körper beeinflusst.

Psyche und Körperkrümmung

Dort, wo sie ihr Experiment durchgeführt haben, war es üblich, dass während der Semesterabschlussfeier die Namen der Studierenden mit Abschlussnoten öffentlich vorgelesen wurden. Den Effekt dieses Rituals haben die Forscher gemessen. Dafür haben sie an den Ausgängen der Celebration Hall Assistenten postiert, die mit Hilfe einer Skala den Krümmungsgrad des Körpers aller Studenten, die den Saal verließen, gemessen haben.

Und tatsächlich gab es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Körperkrümmung und Note. Die Studenten mit den besten Noten hatten eine deutlich aufgerichtete Haltung, diejenigen mit den schlechtesten Noten verließen gebeugt den Saal. Die Haltung bei den Studenten, deren Leistung im mittleren Bereich lag, war unverändert.

Auch für die umgekehrte Richtung der Beeinflussung gibt es einige interessante Forschungsergebnisse. Ein Team um den um den Forscher Fritz Strack teste in einem Experiment, wie allein schon eine vorübergehende Körperhaltung die Wahrnehmung beeinflusst.

Nicht jedes Lob kommt an

Den Versuchspersonen wurde gesagt, sie nehmen an einem Experiment zur Ergonomie von Arbeitsmöbeln statt. Dafür sei vorab ein kleiner Intelligenztest notwendig. Dieser Test war jedoch rein fiktiv. Nach dem Test wurden die Probanden zum so genannten Ergonomieversuch begleitet.

Die eine Hälfte musste in gekrümmter Haltung Fragebögen ausfüllen, die andere Hälfte in aufrechter Haltung. Während die Teilnehmer in diesen Haltungen dasaßen, spendete der Versuchsleiter beiden Gruppen ein fiktives Lob zum guten Abschneiden im Intelligenztest. Allen wurde gesagt, sie hätten sehr gut abgeschnitten und gehörten zu den oberen 10 Prozent.

Kurze Zeit später sollten dann alle angeben, wie stolz sie auf das erhaltene Lob seien. Und auch hier war der Zusammenhang wieder signifikant. Diejenigen, die in aufrechter Haltung gelobt worden waren, waren erheblich stolzer auf das Lob als jene, die es in gekrümmter Sitzhaltung erhalten hatten.

Damit ich für Lob überhaupt empfänglich bin, braucht es die passende Haltung. Ansonsten dringt die positive Botschaft viel weniger durch und wird nicht verarbeitet.

Zeig Zähne

In meinen Seminaren lade ich meine Teilnehmer oft ein, mit ihrem Körperfeedback zu experimentieren. Zum Beispiel indem wir uns einen Stift zwischen die Zähne klemmen. Zugegeben im Seminar führt natürlich auch der Anblick der anderen zu großer Heiterkeit.

Doch auch zu dieser kleinen Intervention hat Fritz Strack schon vor vielen Jahren einen Versuch gestartet. Er ließ Studenten einen Stift entweder mit den Lippen oder mit den Zähnen halten. Wer den Stift mit den Zähnen hielt, was das Lächeln begünstigt und den Lachmuskel aktiviert, beurteilte die anschließend gezeigten Cartoons als deutlich lustiger.

Das lässt sich im Grunde wunderbar in den Alltag integrieren. An den meisten Arbeitsplätzen sind Stifte vorhanden. Und bereits 30 Sekunden Lächeln dank Kugelschreiber, hebt nachweislich die Stimmung. Ich gebe zu, im Großraumbüro braucht es ein bisschen Mut.

Den Körper haben wir immer dabei

Was heißt das jetzt für unseren Alltag? Es lohnt sich auf jeden Fall regelmäßig auf die eigene Körperhaltung und Mimik zu achten. Auch wenn wir manchmal nicht unmittelbar auf unser Umfeld Einfluss nehmen können, unseren Körper haben wir immer im Zugriff.

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2 Antworten

  1. Ulrike Winter-Mattern sagt:

    Nach dem Motto: Die eleganteste Art jemandem die Zähne zu zeigen ist-
    zu lächeln, in diesem Sinne,
    schöne Zeit und mal ausprobieren

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