Außerhalb der Komfortzone – allein am anderen Ende der Welt

Außerhalb der Komfortzone – allein am anderen Ende der Welt

Heute wird es hier mal ganz persönlich. Weil es mich gerade massiv beschäftigt. Meine 19-jährige Tochter ist letzte Woche aufgebrochen nach Neuseeland. Ausgestattet mit einem Work-and-travel-Visum und lauter Ideen, wie das halbe Jahr sein soll. Mutterseelenallein am anderen Ende der Welt. Wachstum findet nur außerhalb der Komfortzone statt. Rational leuchtet das ein. Nur, wenn es dann so weit ist, dann fühlt es sich nicht unbedingt nur gut an.

Irgendwas Unvorhergesehenes passiert immer

Du kannst noch so gut vorbereitet sein. Irgendetwas Unvorhergesehenes passiert dann doch, zumindest meistens. Das ging schon damit los, dass die Arrival Card zwar diverse Angaben vorsah, jedoch keinerlei Anweisungen oder Hinweise enthielt, was genau nun wirklich anzugeben ist und was nicht.

Grandios war jedoch, dass es im Flugzeug W-Lan gab, sodass wir gemeinsam, sie im Flugzeug und ich von Berlin aus, Tipps auf einschlägigen Seiten googeln konnte. Das half gegen die erst Welle des aufkommenden Gefühls von Überforderung.

Kein Geld – oh Schreck

Die Einreise hat dann auch problemlos geklappt. Sie durfte sogar ihre Süßigkeiten behalten, obwohl es für die Einfuhr von Lebensmitteln in Neuseeland strenge Vorschriften und empfindliche Strafen gibt. Am Flughafen dann der nächste Schreck. Die Visakarte funktioniert nicht, der Geldautomat spendet kein Geld. Die Karte hatte sie kurz vor Abreise noch ausgetauscht. Und nicht getestet. Sie neigt zum Glück nicht zu Selbstvorwürfen und mir war auch klar, dass das Letzte, was sie jetzt brauchte, auch noch Vorwürfe waren. Mutterseelenallein am anderen Ende der Welt – mit einem kleinen Bargeldbestand. Die Stimmung sank.

Im Hostel dasselbe Problem. Sie kann nur bar bezahlen. Zum Glück auch hier wieder hervorragendes W-Lan, sodass wir wieder gemeinsam dem Problem auf den Grund gehen konnten. Und ich habe im Geiste schon Plan B entwickelt, falls wir die Karte nicht ans Laufen kriegen und mich schon mal mit Western Union beschäftigt. Wie sagte mein Kollege Bernd Isert so schön: Lösungen lauern überall.

Immer noch außerhalb der Komfortzone

Wieder haben wir mit vereinten Kräften und zielsicherer Unterstützung durch meinen Mann das Problem gelöst. Nach ein paar Recherchen und einer kleinen Korrektur spuckt die Karte endlich Geld aus. Uff, große Erleichterung auf beiden Seiten. Jetzt kann das Abenteuer finanziert weitergehen. Doch noch sind längst nicht alle Hürden genommen.

Allein am anderen Ende der Welt in einem Hostel ist immer noch ganz weit außerhalb der Komfortzone. Wider Erwarten und entgegen aller Beschreibungen im Internet sind im Gemeinschaftsraum keine anderen Traveller. Zumindest nicht am ersten Abend. Gefühle von Überforderung, Einsamkeit und Heimweh machen sich unweigerlich breit.

Gefühle sind immer stärker

Natürlich sagt uns unser Verstand, dass aller Anfang schwer ist und dass es sicher bald besser wird. Aber Gefühle sind nun einmal stärker als alle rationalen Einsichten. Und noch fühlt es sich schrecklich einsam und anstrengend an. Immerhin können wir im Zeitalter von weltweitem Internet ständig kommunizieren. Ich erinnere mich an meine ersten Tage als au pair in Frankreich und wie traurig und überfordert ich mich damals gefühlt habe. Ohne Kontakt mit der Heimat. Und bin froh, dass ich dieses erste Tief aus der Ferne doch relativ dicht begleiten kann.

Der ersehnte Durchbruch

Am nächsten Abend kommt dann der ersehnte Durchbruch zum Besseren. In der Küche finden sich Menschen ein, eine andere junge Frau aus Deutschland ist ganz auf ihrer Wellenlänge und erste Pläne für gemeinsame Unternehmungen nehmen Gestalt an. Andere können Erfahrungen zu den nächsten bürokratischen Schritten beisteuern. Das Gefühl der Überforderung wird von neuerlicher Zuversicht verdrängt und das zarte Pflänzchen einer neuen Freundschaft vertreibt die Einsamkeit. Juchhu, mir fallen gleich mehrere Steine vom Herzen.

Nur tröstende Worte sprechen zu können, war definitiv auch ganz weit außerhalb meiner Komfortzone. Noch stehen weitere spannende Herausforderungen wie der Kauf des ersten eigenen Autos und die Jobsuche an. Aber die ersten Hürden sind genommen und die ersten Freundschaften bahnen sich an. Und ich bin ganz dicht dran am Abenteuer am anderen Ende der Welt.

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Lebensfreude und Lebensbalance
  • Stehst du dir selbst im Weg?
  • Hängst ud fest in deiner Komfortzone?

Melde dich zu einem kostenlosen 30-minütigen Informationsgespräch unter .img@.img.

Lass uns klären, wie ich dir helfen kann, Blockaden zu lösen und endlich befreit deinen Weg zu gehen.

follow: facebooklinkedinxing

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, gefällt dir vielleicht auch ...

3 Antworten

  1. Maya sagt:

    Liebe Ingrid, vielen Dank für diesen wunderbaren Bericht! Zeigt auch immer wieder schön, wie wir “eingefleischte NLP-ler” glücklicherweise auch “nur” Menschen sind, mit all unseren – manchmal halt destruktiven – Gefühlen. 😉
    Für deine Tochter wird’s eine prägende Erfahrung. Kann da aus eigener Erfahrung sprechen: Mit 52 meinen ersten Sprachaufenthalt in Spanien, total 5 Monate, mit 62 das erste Mal Australien, 4 Wochen allein durchs Land gereist, ca. 11’000 Flug-Kilometer innerhalb des Landes. Viel was wie wo, suchen, fragen etc. Es war wunderbar! Australien ist nun auch meine stärkste Ressource. Diese Länder sind zwar am anderen Ende der Welt, doch es sind aufgeschlossene, moderne Länder mit freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Schlechte Erfahrungen machte ich auch, doch gehört irgendwie dazu. Gute Übung zum sich wehren und durchsetzen können, was für mich eine Herausforderung war.
    Von Herzen viel Energie und gute Gedanken zum Thema… 😉
    In Verbundenheit und von Herzen, Maya

  2. Liebe Ingrid! wie wunderbar, dass Du Deine persönliche Geschichte hier schilderst….dazu gibt es ein Buch über die Wirmütter – das fiel mir ein. Du mutest Deiner Tochter zu, es zu lösen und doch bist Du so bei ihr. ich erinnere mich zu gut, wie meine Eltern mich mit 12 in eine Familie nach Frankreich gebracht haben, wo ich dann mit 3 Buben bestehen musste und erst mal seeeeehr einsam war. So gehen wir
    dann mit unseren Erfahrungen an unsere Kinder dran und jetzt bin ich nicht immer ganz sicher, ob ich ihnen doch genug zugemutet hatte….ich denk´ an Euch und freue mich, dass wir so offensichtlich in einem großen Boot gemeinsam sitzen! von Herzen, Claudia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.