Die innere gläserne Decke

Die innere gläserne Decke

Als gesellschaftliches Phänomen bezeichnet der Begriff „gläserne Decke“, eine unsichtbare Barriere, auf die Frauen in unserer Gesellschaft nach wie vor im Laufe ihrer Karriere stoßen. Mir geht es heute jedoch um die innere gläserne Decke, eine unbewusste Barriere, die uns oft daran hindert, uns voll zu entfalten. Jeder Mensch hat sogar meist mehrere solcher inneren Barrieren. Meist sind sie uns allerdings nicht bewusst.

Vor ein paar Tagen bin ich in einem Podcast auf das Buch von Gay Hendricks über die eigenen internen Grenzen aufmerksam geworden. Und dadurch fiel mir ein Erlebnis aus meiner Anfangszeit als Coach ein.

Plötzliches Versagen

Ich hatte auf einem Kongress für Assistentinnen und Sekretärinnen gesprochen – worüber weiß ich gar nicht mehr. Im Anschluss kam eine Frau auf mich zu. Ihre Tochter war in der Abschlussphase einer Ausbildung zur Steuerfachangestellten. Sie – die Tochter – hatte nie Schwierigkeiten in der Schule gehabt und auch noch nie unter Prüfungsangst gelitten. Aber diesmal wollte es ihr einfach nicht gelingen, die Abschlussprüfung zu bestehen. Sie war bereits zweimal durchgefallen und durfte nur noch einmal antreten. Ob ich ihr helfen könne?

Nachdem wir geklärt hatten, dass es ganz wichtig ist, dass die Tochter selbst auch Unterstützung möchte und wir erst einmal schauen, ob sie mit mir arbeiten möchte, habe ich zugesagt. Die junge Frau, die dann zu mir kam, war sehr bescheiden, liebenswürdig und ruhig. Sie zweifelte inzwischen sehr an sich selbst und an ihrer Intelligenz.

Die Erfolgsblockade

Von der Idee, dass hinter jedem Verhalten eine positive Absicht steckt, hatte sie noch nie gehört. Es gelang ihr dennoch schnell in Kontakt zu kommen, mit dem Anteil in ihr, der ihr die Erfolgsblockade schickte. Sie mochte den Beruf, den sie gerade erlernte, überhaupt nicht. Sie konnte sich nicht vorstellen, den Rest ihres Lebens in diesem Beruf zu arbeiten.

Insofern war es natürlich höchst intelligent, dafür zu sorgen, dass sie durch die Prüfung fiel. Ohne Abschluss hätte sie in dem Beruf nicht weiterarbeiten können. Der Preis wäre allerdings hoch gewesen. In ihrem Weltbild hätte sie versagt. Sie hat dann mit sich selbst verhandelt und ausgehandelt, dass sie die Prüfung bestehen darf und sich danach einen anderen Beruf sucht.

Das Traumleben

In der nächsten Sitzung habe ich dann mit ihr erarbeitet, was denn ihr Traumleben wäre. Wenn sie frei wäre von Erwartungen der Eltern und Freunde. Was wäre dann ihr tiefster Lebenstraum. Der war sehr weit weg vom grauen Aktendasein in einem Steuerbüro. Nach einigem Zögern schälte es sich heraus. In ihrem Traumleben hätte sie eine eigene Patisserie in Neuseeland.

Wenn die innere gläserne Decke zuschlägt

Und dann kam die eigene innere gläserne Decke ins Spiel. Als ich mich mit ihr daran machen wollte, diese Vision in machbare Schritte runterzubrechen, sprang sie ab. Für sie war die Vorstellung, einfach ihren Traum zu leben, vollkommen irreal. Sie hatte schon einen Freund. Ihre Familie erwartete von ihr, dass sie einem ordentlichen, angestellten Beruf möglichst in der Nähe nachging. Irgendwann wäre dann, wenn es wirklich gut läuft, vielleicht das Reihenhaus dran, ein bis zwei Kinder, bloß kein Risiko.

Was erlaubst du dir selbst?

Ich weiß leider nicht, was aus der jungen Frau geworden ist. Ob sie den damaligen Freund geheiratet hat. Welchen Beruf sie dann gewählt hat. Heute, rund 15 Jahre später und um zig Coachingerfahrungen reicher, würde ich deutlich behutsamer vorgehen. Manche Träume übersteigen einfach das, was wir uns selbst erlauben. Jeder Mensch hat irgendwo seine inneren Grenzen, seine innere gläserne Decke. Diese kann sich auf beruflichen Erfolg beziehen, darauf, wie viel Glück ich meine, dass mir zusteht, auf erfüllte Beziehungen. Auch gerade dann, wenn es uns richtig gut geht, schlägt sie gern zu und holt uns wieder auf den so genannten Boden der Tatsachen.

Das Gemeine ist: Wer sie nicht entdeckt, wird, ohne es zu merken, immer daran hängen bleiben. Überprüf es mal bei dir selbst: Wo hängst du? Was erlaubst du dir selbst (nicht)?

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Lebensfreude und Lebensbalance
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