Alte Themen statt neuer guter Vorsätze

Glücksklee, Marienkläfer und Hufeisen mit Spruch "So wird 2026 dein Jahr" als Symbol zu den guten Vorsätzen.

Neulich ist mir bei einem Kollegen ein Gedanke begegnet, den ich im Umgang mit möglichen Vorsätzen fürs neue Jahr ausgesprochen hilfreich und überzeugend finde: Wie wäre es, wenn du dieses Jahr mal keine neuen guten Vorsätze fasst. Sondern dich stattdessen den hartnäckigen alten Themen widmest. Themen, die dich womöglich bereits seit Jahren begleiten.

Was schiebst du schon lange auf?

Vielleicht gibt es eine wichtige Aufgabe, die du bereits seit Jahren vor dir herschiebst. Vielleicht verfolgt dich eine Angst vor einem Thema, das du deswegen immer wieder aufschiebst. Vielleicht fällt dir ein Konflikt ein, den du längst einmal angehen und vielleicht sogar zum Guten wenden wolltest. Vielleicht erzeugt ein Thema seit langem einen inneren Druck, aber deine Scheu es anzugehen war bisher doch zu groß.

Hartnäckige Begleiter

Manche Themen sind erstaunlich beständig. Sie begleiten uns treu und brav, Jahr für Jahr, ohne Rücksicht auf Kalender, Jahreszahlen oder Neujahrsvorsätze. Sie sind einfach da, geduldig und hartnäckig. Warum? Nein, nicht weil wir sie nicht lösen könnten. Sondern, weil wir sie vermeiden, weil wir uns davor drücken.

Vermeidung macht Kleines groß

Leider ist Vermeidung ein ausgesprochen fruchtbarer Boden für Probleme. Vermeidung lässt kleine Themen wachsen und große Themen schwer werden. Sie sorgt dafür, dass Aufgaben nicht verschwinden, sondern an Gewicht zulegen. Und weil ich der festen Überzeugung bin, dass kein Mensch sich freiwillig absichtsvoll schadet, stellt sich die Frage: Warum vermeiden wir überhaupt?

Das dahinterliegende Bedürfnis

Meist steckt hinter unserem Vermeidungsverhalten das Bedürfnis uns zu schützen. Zum Beispiel vor der Eskalation eines Konflikts oder vor unbequemen Wahrheiten oder vor Entscheidungen, die Konsequenzen verlangen würden. Sich selbst zu schützen ist natürlich zutiefst menschlich und verständlich.

Der Preis der Vermeidung

Doch wie alles im Leben hat Vermeidung einen Preis. Und der ist oft höher, als uns bewusst ist. Stell dir vor, du schiebst es vor dir her, dich endlich mal um deine Finanzen zu kümmern. Denn das würde ja Kraft und Zeit und Entscheidungen erfordern. Das Thema erscheint dir allzu groß, also machst du lieber einen großen Bogen darum.

Drei Jahre später ist immer noch nichts passiert. Derweil ist der Kontostand gesunken, die Altersvorsoge steht vielleicht auf mehr als wackligen Füßen und viele Chancen sind ungenutzt an dir vorbeigezogen. Womöglich führt die diffuse Sorge ums Geld auch immer wieder zu Streit, lässt dich manchmal nicht schlafen oder treibt dich an, nur noch immer mehr zu arbeiten.

Der größte Stress

Und irgendwann fühlt sich diese im Grunde vielleicht überschaubare Aufgabe wie ein innerer Gegner an. Der uns dann sogar im Hintergrund Kraft kostet, auch wenn wir uns nicht aktiv mit ihm beschäftigen. Genau hier liegt eine zentrale Erkenntnis: Der größte Stress entsteht nicht durch schwierige Themen. Er entsteht durch Themen, die wir nicht anfassen.

Der Lohn des ersten Schritts

Sobald wir den ersten Schritt gehen, fällt oft sofort Druck ab. Nicht, weil das Problem gelöst wäre. Sondern weil wir uns wieder als handlungsfähig und wirksam erleben. Weil wir der Starre entkommen. Wahrscheinlich kennst du die alte Weisheit: Auch der längste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

Mach es dir leicht

Falls du also seit Jahren um ein Thema kreist: Unternimm dieses Jahr mit dem Elan des neuen Jahrs im Rücken einen ersten kleinen Schritt. Der darf winzig sein. Mach es dir selbst leicht, diesen ersten kleinen Schritt zu gehen. Um beim Beispiel Finanzen zu bleiben: Setz dir kleine Ziele, wie lange und wie oft du dich informieren möchtest, auf welchen Kanälen, finde den Weg, der zu dir passt und den du eigenverantwortlich gehen kannst – Schrittchen für Schrittchen.

Das Gefühl der Selbstwirksamkeit

Denn dann entsteht etwas Entscheidendes: ein Gefühl von Selbstwirksamkeit. Ein kleines, aber deutliches „Ich kann etwas tun“. Ein leises, stabiles „Ich bin nicht ausgeliefert“. Dieses Gefühl trägt – oft stärker als die spätere Lösung selbst. Und wenn du im Wust der vielen Möglichkeiten wieder aufzugeben drohst, wähle einen Weg, der dir plausibel erscheint und gehe auf diesem Weg immer wieder kleine Schritte. Selbst wenn sich der erste gewählte Weg als Sackgasse erweist oder als doch nicht zu dir passend, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du – nunmehr gestärkt durch das Gefühl der Selbstwirksamkeit – andere Wege und Varianten zu deinem Ziel findest.

So wird 2026 DEIN Jahr

Wenn du also möchtest, dass 2026 DEIN Jahr wird, dann pack die alten Zöpfe an. Nimm dir nicht noch ein neues Thema vor, sondern pack die alten an, die hartnäckigen, die seit Jahren um deine Aufmerksamkeit buhlen. Dort liegt der Schatz, den es zu heben gilt: im Ungeklärten, im vertrauten Aufgeschobenen.

Deswegen wünsche ich dir jetzt für 2026 den Mut und die Hartnäckigkeit in kleinen Babysteps die Themen anzugehen, die dich seit Jahren begleiten. Denn dann passiert tatsächlich was ganz Neues.

 

Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Selbstwirksamkeit und Lebensfreude

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