Glück vor Erfolg

Glück vor Erfolg - freudig Frau am Computer

Macht Erfolg glücklich?

Was kommt zuerst? Das Glück oder der Erfolg? Glück vor Erfolg oder Erfolg vor Glück? Macht Erfolg glücklich? Oder macht gute Laune erfolgreich? Vor ein paar Tagen bin ich bei einer Recherche mal wieder über den wunderbaren TED Talk von Shawn Achor gestolpert.

Die Umkehrung der klassischen wenn-dann-Regel

Höchst unterhaltsam vermittelt er eine der wichtigsten Umkehrungen im Denken. Klassischerweise denken die meisten Menschen: Wenn ich erst erfolgreich bin, kann ich glücklich sein. Wenn ich erst dies oder jenes erreicht habe, dann habe ich mir das Glück verdient. Und so rackern und ackern wir uns ab, immer die Möhre des Erfolgs vor der Nase.

Dabei wird umgekehrt ein Schuh draus. Shawn Achor beforscht seit Jahren den Zusammenhang von Leistungsfähigkeit und positiver Stimmung. In seinen Studien an der Harvard University konnte er nachweisen, dass eine Steigerung der Positivität mit einer signifikanten Steigerung der Ergebnisse einhergeht. So konnten Verkäufer ihren Umsatz um 37 Prozent steigern und Ärzte ihre Diagnosen um 19 % schneller und präziser stellen.

Hier findest du den Vortrag von Shawn Achor. Falls er dir zu schnell spricht, verbirgt sich hinter dem Zahnrad unten rechts die Möglichkeit, die Wiedergabegeschwindigkeit zu drosseln. 😉

Den Fokus der Wahrnehmung verändern

Es lohnt sich also doppelt, das eigene Glückslevel zu steigern. Und zwar im Innen. Denn es funktioniert eben nicht, auf das Außen zu fokussieren, das dann das erhoffte Glück bringen soll. Weder das neue Auto, noch die Gehaltssteigerung, noch die erfolgreich absolvierte Präsentation und die Anerkennung danach, machen nachhaltig glücklich. Klar macht all das kurzfristig Freude. Und es spricht nichts dagegen, sich auch längere Zeit am neuen Auto zu erfreuen.

Nachhaltiger lässt sich jedoch das eigene Glücksempfinden und Wohlbefinden mit viel weniger materiellem Aufwand steigern. Indem ich den Fokus meiner Wahrnehmung verändere. Den eigenen Fokus bewusst zu lenken, ist eines der offenen Geheimnisse glücklicher Menschen. Die eigene Wahrnehmung immer wieder auf das zu lenken, was unser Wohl fördert, ist eine sehr wirkungsvolle Methode, um das eigene Lebensgefühl positiv zu beeinflussen. Das, wohin wir schauen, bestimmt, wie wir uns fühlen.

Dazu habe ich in meinem Buch „Wir können auch anders …“ im ersten Kapitel viele leicht umsetzbare Ideen gesammelt.

Hier nur ein paar davon:

Den inneren Suchscheinwerfer ausrichten

Solange Sie Ihr Gehirn auf Autopilot laufen lassen, haben die negativen Gefühle die Nase vorn. Weil die Abwehr möglicher Gefahren in den für Gefühle zuständigen Regionen unserer Gehirne vor Glückserleben rangiert, müssen die meisten Menschen immer wieder bewusst den inneren Scheinwerfer neu ausrichten.

Je mehr Sie Ihr Gehirn darauf trainieren, Freude, Dankbarkeit und Liebe oft und intensiv zu erleben, umso weniger Macht haben negative Ereignisse. Der erfreuliche Nebeneffekt ist dabei mit der Zeit, dass es anderen mehr und mehr Freude bereitet, Zeit mit Ihnen zu verbringen, je häufiger Sie in freudiger Stimmung sind.

Fünf erfreuliche Kleinigkeiten

Finden Sie im Laufe des Tages mindestens fünf erfreuliche Kleinigkeiten. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit immer wieder bewusst auf Kleinigkeiten, an denen Sie sich erfreuen können.

Der Autofahrer, der Sie beim Spurwechsel reinlässt, glitzernde Regentropfen, der Duft aus der Bäckerei, ein kleines Kind, das neugierig in die Welt schaut, eine liebevolle Geste, Vogelgezwitscher …

Fragen für den Abend

Nutzen Sie die Macht von Fragen, um bewusst vor dem Schlafengehen die Erinnerung auf die erfreulichen Ereignisse des Tages zu lenken. Da unser Gehirn im Laufe der Nacht die Eindrücke des Tages weiterverarbeitet, erhöhen Sie zudem Ihre Chancen auf erholsamen Schlaf, wenn Sie mit positiven Bildern und Gedanken in die Kissen sinken.

  • Was ist mir heute gut gelungen?
  • Worauf bin ich stolz?
  • Worüber habe ich mich gefreut? Woran habe ich mich erfreut?
  • Was habe ich heute entdeckt oder wiederentdeckt?
  • Was habe ich heute getan, um Lebensqualität zu erhöhen, meine oder die anderer?

Mutwillig Freude bereiten

Positive Botschaften bereiten sowohl dem, der sie verbreitet als auch dem, der sie empfängt, Freude. Sicher kennen Sie den Begriff der mutwilligen Zerstörung, den random act of violence, Zerstörung um der Zerstörung willen. In dieser Übung geht es um das genaue Gegenteil: mutwillige Freundlichkeit, random act of kindness, Freude bereiten, um der Freude willen, einfach so, auch wenn ich das Gegenüber gar nicht kenne, eben mutwillig, nur aus „Spaß an der Freud“. Da wir es nicht gewöhnt sind, einfach so durch die Welt zu laufen und Freude zu verbreiten, kostet es viele Menschen zunächst einiges an Überwindung, einfach so auf andere zuzugehen und ihnen Nettigkeiten ins Gesicht zu sagen.

Wenn ich regelmäßig mutwillig Freude bereite, schärft das auch automatisch meine Wahrnehmung. Ich nehme immer mehr Details wahr, die ich positiv spiegeln kann. Denn je mehr ich meine Aufmerksamkeit auf die liebenswerten, schätzenswerten Eigenschaften und Verhaltensweisen der Menschen in meiner Umgebung richte, umso mehr nehme ich auch davon wahr. Es dann auch noch auszusprechen, kostet zwar zunächst oft Überwindung, aber gerade deswegen produziert es, wenn ich mich überwinde, auch mehr oder minder große positive Gefühle verursachende Hormonausschüttungen.

Führung als Beitrag zu Glück vor Erfolg

Shawn Achor hat seine Erkenntnisse in vielen Firmen implementiert. Besonders auch für Führungskräfte ist es eine wichtige Erkenntnis, dass ein positives Lebensgefühl die Produktivität steigert. Auch hier gilt, dass es Übung braucht. Wir werden von klein auf darauf trainiert, auf Fehler und Fehlervermeidung zu fokussieren, siehe dazu auch meinen Beitrag „Fehler vermeiden ist dumm“. Gerade im Führungskontext lassen sich die Erkenntnisse vom Zusammenhang zwischen Glück und Erfolg sehr gut mit den Erkenntnissen von Carol Dwerck zum Growth Mindset kombinieren.

Wie sorgst du für eine Steigerung deiner positiven Gestimmtheit? Und damit deiner Produktivität? Und wie verbreitest du gute Laune?

Die Autorin: Ingrid Huttary, Expertin für souveräne Führung und gesunde Lebensbalance

  • Möchtest du aktiv und nachhaltig dein Glückslevel steigern und damit deinen Erfolg?
  • Fällt es dir schwer, deine eigene Leistung anzuerkennen?
  • Möchtest du an deinem besseren Leben mit mir gemeinsam arbeiten?
  • Fehlt dir in deiner Position jemand, mit dem du wirklich offen sprechen kannst?
  • Machst du dich immer wieder selbst fertig mit deinen hohen Ansprüchen?
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Vielleicht bin ich ja genau die Richtige, um dich dabei zu begleiten, Führung und Lebensbalance in Einklang zu bringen.

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1 Antwort

  1. Liebe Ingrid! die Zeit der letzten Monate hat mir gezeigt, wiiiiie wichtig das ist, was Du sagst…gelingt es mir, das Gute anzuerkennen, zu fokussieren und dann auch noch beim Namen zu nennen? Und, wenn ja, was macht das mit mir und meinem Umfeld? Wunderbar ist das!!!! ich freu mich so auf unsere gemeinsamen Tage auf Kreta! bis dahin alles Gute, Deine Claudia

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