Das Growth-Mindset entwickeln

Foto Kopf Growth-Mindset entwickeln und Achtsamkeit

Letzte Woche habe ich hier über den Unterschied zwischen einem Growth-Mindset und einem Fixed-Mindset geschrieben. Heute möchte ich daran mit der Frage anschließen: Wie kannst du nun dein Growth-Mindset mehr und mehr entwickeln? Carol Dweck erzählt in ihrem Ted Talk von grandiosen Erfolgen im schulischen Umfeld. So ist es z.B. gelungen, über die Arbeit am Mindset Schüler*innen der Bronx in nur einem Jahr von einem der letzten Plätze im Vergleich mit anderen Schulen zur Nummer eins in New York zu entwickeln.

Das kleine Wörtchen „noch“

Eine der Strategien, die Carol Dweck in ihrem Ted Talk empfiehlt, um weg vom statischen hin zum dynamischen Mindset zu kommen, besteht darin, das kleine Wörtchen „noch“ zu nutzen. Statt zu denken: Ich kann das nicht. Ich kann das noch nicht. Statt: Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Ich weiß noch nicht, wie ich das schaffen soll. Andere können das besser. Noch können andere das vielleicht besser.

Die Vergangenheitsform wählen

Eine andere Strategie grenzt den Status Quo zeitlich ein. Im statischen Mindset nehmen Menschen sich oft wahr, als seien sie unabänderlich in etwas gut oder schlecht. Ich bin schlecht in Mathe. Ich habe ein schlechtes Gedächtnis. Ich kann nicht Nein sagen. Wenn ich all diese Sätze in der Vergangenheit ausdrücke, verlieren sie ihre statische Qualität. Bisher war ich schlecht in Mathe. Bisher habe ich öfter mal etwas vergessen. (Hier habe ich auch noch gleich aus dem statischen Nomen ein dynamischeres Verb gemacht ;)). In der Vergangenheit ist es mir schwer gefallen, Nein zu sagen. Die Vergangenheitsform legt automatisch nahe, dass das nicht so bleiben muss.

Referenzerlebnisse sammeln und auf den Prozess fokussieren

Beim Mindset geht es um die Einstellung, die wiederum unsere Wahrnehmung beeinflusst. Wenn ich nun bewusst meine Wahrnehmung auf meine großen und kleinen Erfolge lenke, führt dies nach relativ kurzer Zeit dazu, dass ich anders über meine eigenen Fähigkeiten denke. Deswegen ist es wichtig, sich weniger mit anderen zu vergleichen. Vielmehr sollte der Vergleich auf die eigenen Fortschritte fokussieren. Was kann ich heute schon viel besser als gestern? Carol Dweck empfiehlt, den Prozess und die Anstrengung zu loben und nicht das Talent. Auf die Art und Weise entwickeln Menschen mehr Ausdauer und auch mehr unterschiedliche Strategien, um Anforderungen zu meistern.

Auf Wachstum fokussieren

Lange Zeit war die Vorstellung verbreitet, dass unser Gehirn ab einem gewissen Alter nur noch abbaut. Inzwischen wissen wir, dass jeder Mensch lebenslang neue Bahnen im Gehirn bildet, wenn er Neues lernt. Schüler, die wissen, dass sie jedes Mal klüger werden, wenn sie sich aus ihrer Komfortzone herausbewegen, dass sie immer wieder neue Bahnen im Gehirn bilden, wenn sie eine Herausforderung meistern, sind eher bereit, Anstrengungen auf sich zu nehmen. Deswegen ist es wichtig, dieses Wissen um die Funktionsweise des Gehirns zu verbreiten.

Priming

Wenn du dein Growth-Mindset stärken möchtest, dann hilft es, sich Erkenntnisse aus der Primingforschung zunutze zu machen. Meinen Blogartikel „Schlaghosen als Jungbrunnen“ habe ich dem Thema gewidmet.

Dort habe ich ausführlicher erläutert, wie du mit wachstumsorientierten Formulierungen und Gedanken dafür sorgen kannst, dass du mehr an dich glaubst und deinen Erfolg herbeidenkst. Vor einer Prüfung zum Beispiel mit dem Gedanken: „Ich glaube von Tag zu Tag mehr, dass ich diese Prüfung schaffe.“ Vor herausfordernden Aufgaben: „Ich merke, wie ich mehr und mehr wachse.“ „Ich kann mir erlauben, immer öfter ganz selbstbewusst aufzutreten.“

Oder du stellst dir öfter vor, wie dein Vorbild in einem bestimmten Bereich agieren würde. Und gehst dann mehr und mehr so vor, wie er oder sie es in deiner Vorstellung tut. Auf die Art und Weise integrierst du mehr und mehr eine wachstumsorientierte Haltung in dein Denken.

Die NLP Grundannahmen als Basis für Wachstumsorientierung

Viele der NLP Grundannahmen sind Ausdruck einer ressourcen- und wachstumsorientierten Haltung. Von daher sind auch sie enorm hilfreich, um das eigene Mindset auf Wachstum zu orientieren.

  • Jeder Mensch hat bereits alle Ressourcen für jede gewünschte Veränderung in sich.
  • Wenn das eine nicht funktioniert mach was anderes.
  • Es gibt kein richtig oder falsch, sondern nur angemessen oder unangemessen im jeweiligen Kontext.
  • In der Kommunikation gibt es keine Fehler, sondern nur Feedback, aus dem wir lernen können.

Nimm jede dieser Grundannahmen und stell dir vor, dass du sie für absolut wahr hältst. Spür jedes Mal, wie sich damit deine Grundhaltung zum Leben verändert. Wenn ich felsenfest davon überzeugt bin, dass ich alle Ressourcen in mir habe, für jede gewünschte Veränderung, dann entwickle ich damit das nötige Durchhaltevermögen, auch wenn manche Veränderungen oder Lernprozesse etwas mehr Zeit brauchen. Und wenn es auf dem einen Weg nicht geht, dann eben anders.

Und auch wenn ich mal etwas getan habe, was andere falsch fanden, dann lerne ich daraus und in einem anderen Kontext kann genau das vielleicht wieder völlig angemessen sein.

Reframing

Auch das Reframing aus dem NLP hilft dabei, eine wachstumsorientierte Grundhaltung zu etablieren. Reframing heißt wörtlich: Den Dingen einen anderen Rahmen geben. Praktisch für den Alltag heißt das: Nichts hat irgendeine Bedeutung, außer der, die ich ihm gebe. Ich möchte hier an dieser Stelle nur exemplarisch eine meiner Lieblingsanekdoten zum Reframing zitieren, die perfekt zum Growth-Mindset passt:

Ein junger und talentierter Mitarbeiter der Fordwerke hatte durch einen Managementfehler einige hunderttausend Dollar in den Sand gesetzt und musste nun vor Henry Ford Rechenschaft ablegen. Er befürchtete, dass er wohl entlassen würde und sagte: „Es tut mir furchtbar leid. Sie werden mir jetzt wohl kündigen.“ Darauf entgegnete Henry Ford: „Machen Sie Witze? Ich habe gerade mehrere hunderttausend Dollar in ihre Ausbildung investiert und bin mir sicher, dass sich diese Investition auszahlen wird.“

Der Als-ob-Rahmen

Ich habe an anderer Stelle schon über das Prinzip von „Fake it till you make it“ geschrieben. Auch wenn sich das zunächst etwas fremd anfühlt, reicht es manchmal, einfach so zu tun, als ob ich bereits anders denken würde. Indem ich auf die Art und Weise meine Einstellung ändere, kann ich auch so tun, als ob es für mich selbstverständlich wäre, anders zu handeln. Das braucht manchmal schon ein bisschen Mut, aber es lohnt sich.

Der Konstruktivismus und das Growth-Mindset

Ich könnte hier noch ganze Seiten füllen mit Ideen. Das NLP und damit mein Coachingansatz beruht auf dem Konstruktivismus. Konstruktivismus heißt kurz gesagt, dass ich meine Wirklichkeit selbst gestalte, durch meine Wahrnehmung und meine Bewertungen. Insofern zielen alle meine Methoden darauf ab, neue Wahlmöglichkeiten im Denken und Handeln zu entwickeln, die dabei helfen, Probleme zu lösen oder anders zu bewerten. Und damit erfolgreicher, glücklicher und entspannter das eigene Leben zu gestalten. Und damit passt die ressourcenorientierte Grundhaltung, die immer auch auf die Erweiterung von Handlungsspielräumen abzielt, passt perfekt zum Growth-Mindset.

Die Grenzen des Wachstums

Auch wenn die Studien von Carol Dweck eindrucksvoll belegen, dass das richtige Mindset und Engagement weit wichtiger sind als Talent heißt das nicht, dass jeder zu jeder Zeit alles erreichen kann. Aus mir wird in diesem Leben keine Primaballerina am Staatstheater mehr, aber ich merke, dass regelmäßiger Sport meine Beweglichkeit und Ausdauer deutlich verbessert. Manche Latte können wir auch mit allem erdenklichen Einsatz nicht mehr reißen. Was aber sicher ist: Mit dem richtigen Mindset können wir unsere Grenzen deutlich verschieben.

Deswegen lohnt es sich, sich zu fragen: Wo stehe ich mir mit meiner Einstellung selbst im Weg? Wo sind die Grenzen in meinem Kopf? Und in welchen Bereichen möchte ich mein Growth-Mindset entwickeln und mich mehr auf Wachstum und Neugierde ausrichten?

Die Autorin: Ingrid Huttary, Expertin für souveräne Führung und gesunde Lebensbalance

  • Möchtest du aktiv an deinem Growth-Mindset arbeiten?
  • Fällt es dir schwer, deine eigene Leistung anzuerkennen?
  • Möchtest du an deinem besseren Leben mit mir gemeinsam arbeiten?
  • Fehlt dir in deiner Position jemand, mit dem du wirklich offen sprechen kannst?
  • Machst du dich immer wieder selbst fertig mit deinen hohen Ansprüchen?
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Vielleicht bin ich ja genau die Richtige, um dich dabei zu begleiten, Führung und Lebensbalance in Einklang zu bringen.

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