Veränderung akzeptieren

Skipiste - Veränderung akzeptieren

Kein Skiurlaub in diesem Jahr

Veränderung akzeptieren gehört in diesen pandemischen Zeiten wohl zum Alltag. Ich gebe es allerdings offen zu: mir ist es im Laufe der letzten Woche zunächst enorm schwer gefallen, die erzwungene Veränderung zu akzeptieren. So lange schon hatte ich mich auf den Skiurlaub mit meinen Töchtern und Kollegen gefreut. Natürlich gab es auch in mir sofort einen vernünftigen Teil, der mir sagte, es sei nun mal so und dass es derzeit wahrlich Wichtigeres gibt als einen Skiurlaub.

Das innere Rumpelstilzchen

Die Oberhand hatte allerdings ehrlicherweise zunächst der trotzige Teil, das innere Rumpelstilzchen, das es einfach nicht wahrhaben wollte. Noch bevor in Tirol die ersten Skigebiete geschlossen wurden, hatte der Mathematiker an meiner Seite, der eine konkrete Vorstellung von Exponentialkurven hat, mir prophezeit, dass der Skiurlaub in diesem Jahr wohl nichts werden würde.

Die selbst erlebte Veränderungskurve

Aber weil nicht sein darf, was nicht sein soll, habe ich ihm nicht geglaubt. Und auch als Tirol seine Skigebiete geschlossen hat, habe ich noch gehofft, dass wir eine Alternative finden. An mir selbst konnte ich schön beobachten, wie die Veränderungskurve, die ich seit viele Jahren hin und wieder in meinen Seminaren erkläre, sich anfühlt. Wie erst allmählich die emotionale Akzeptanz hinterher kam.

Vielleicht kennst du die Veränderungskurve schon.

Veränderungskurve zur Illustration von Veränderung akzeptieren

Fassungslosigkeit und innerer Widerstand

Zunächst kommt der Schock: Erstarrung, Fassungslosigkeit. Im Grunde ist diese Erstarrung sehr gesund, weil sie vor blindem Aktionismus oder höchst unüberlegten Handlungen schützt. Da es bei mir nur um einen Skiurlaub ging, war der Schock nicht besonders extrem. Ausgeprägter waren die Phasen der Verleugnung und des Widerstands. Zwischen der Bekanntgabe der Schließung der Skigebiete in Tirol, wo es hätte hingehen sollen und der Bekanntgabe der Schließung der Skigebiete in Bayern habe ich immer noch gehofft, dass ich eine Alternative finde und auch danach gesucht. Naiv, klar, aber das Rumpelstilzchen in mir brauchte eben seine Zeit.

Die Wende der Akzeptanz

Als ich dann schließlich im Tal der Tränen und der damit einhergehenden Akzeptanz angelangt war, habe ich recht schnell angefangen, mir zu überlegen, wofür ich die plötzlich vorhandene freie Zeit zu Hause nutzen kann und möchte. Dass der Skiurlaub ins Wasser fällt, dass inzwischen auch etliche Absagen von geplanten Seminaren in mein Emailpostfach flattern, kann ich nicht ändern. Aber meine Haltung dazu, nachdem mein inneres Rumpelstilzchen sich entspannt hat, die kann ich ändern. Und so ging die Kurve in die Anpassung dann recht steil nach oben. Einfach weil ich mich selbst kenne und mir klar war, dass ich die Trauer über den ins Wasser gefallenen Skiurlaub am schnellsten verwinde, wenn ich einen meiner Lieblingssprüche anwende: Wenn das Leben dir eine Zitrone reicht, mach Limonade draus.

Kurz nachdem ich den obigen Absatz geschrieben hatte, kam dann die Nachricht, dass das Abhalten von Seminaren vorerst verboten ist. Nunja, inzwischen war ich in der Haltung der Akzeptanz angelangt und das Verbot kam auch nicht wirklich mehr überraschend.

Wer weiß, wofür es gut ist

Also habe ich angefangen, mir zu überlegen, wie ich die gewonnene Zeit nutze. Letztes Jahr habe ich so viele Seminare gehalten, dass ich mich danach gesehnt habe, mal wieder einen Nachmittag mit einem guten Buch auf der Couch zu verbringen. Jetzt habe ich Zeit dafür. Zum Glück scheint hier in Berlin die Sonne, also kann ich mal wieder laufen gehen, Fahrrad fahren und die Nachmittagssonne in meinem Arbeitszimmer genießen. Wie viele andere Menschen auch, nutze ich die erzwungene Entschleunigung, indem ich gut für mich sorge.

Parallel nutze ich die gewonnene Zeit, um über ein neues Projekt nachzudenken, Pläne zu schmieden und die ersten Umsetzungsschritte zu durchdenken. Ganz allmählich setzt sich in mir die Haltung durch: Wer weiß, wofür es gut ist. Auch wenn ich immer noch ein wenig wehmütig werde, wenn ich an sonnenbeschienene verschneite Berge denke.

Gefühle ernst nehmen

Natürlich ist mir sehr bewusst, dass ein ausgefallener Skiurlaub ein echtes Luxusproblem ist, im Vergleich zu all den existentiellen Nöten von Menschen, die ums Überleben kämpfen oder jetzt in große finanzielle Schwierigkeiten geraten. Doch auch Luxusprobleme erzeugen Gefühle und die ernst zu nehmen, habe ich mir erlaubt und ich denke, das hat es mir letztlich dann auch leichter gemacht, die Veränderung zu akzeptieren. Und die Akzeptanz der ersten Veränderung hat es mir dann eben auch erleichtert, die weiteren Folgen gelassener anzunehmen.

 

Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Führung und Selbstführung

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4 Antworten

  1. Avatar Ursula Saunier sagt:

    Du sprichst mir aus dem Herzen, liebe Ingrid.
    Bleib gesund.

  2. Avatar gina billy sagt:

    Super Post, Ingrid – wie immer! Danke – und ich bin gespannt auf dein neues Projekt ! Ganz liebe Grüße von uns Inselianer!

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