Von ich „muss“ zu ich „will“

Von ich muss zu ich will - gehetzte Businessfrau

Eines der in vielen Köpfen ständig präsenten Wörter ist das kleine Wörtchen „muss“. Ich muss, ich muss, ich muss. Und wenn ich den ganzen Tag in diesem „ich muss“ Modus unterwegs bin, dann fühle ich mich schnell gehetzt, wie im Hamsterrad und höchst unfrei.

Ich muss gar nichts, außer sterben

Mein Vater hat oft gesagt: Ich muss gar nichts, außer sterben. Da ist was dran, wir empfinden das aber oft ganz anders. Weil uns vieles von dem, was wir tun, wichtig ist oder notwendig erscheint. Letzte Woche habe ich dir hier auf meinem Blog die Frage angeboten: Was würde passieren, wenn du es nicht (sofort) tust?

Und du hast sicher gemerkt, dass die wenigsten der Dinge, die wir im Laufe des Tages scheinbar tun müssen, tatsächlich mit lebensbedrohlichen Folgen einhergehen, wenn wir sie lassen. Aber auch wenn es nicht lebensbedrohlich wird, kann es uns ja trotzdem wichtig sein.

Ich nehme mal ein Beispiel:

Als meine Kinder noch klein waren, bin ich manchmal nach einem Auftrag irgendwo am anderen Ende der Stadt schnell losgehetzt: ich muss noch einkaufen und ich muss pünktlich im Kindergarten sein. Dann habe ich mich gefragt: Was würde passieren, wenn ich die Kinder nicht pünktlich abhole? Sie wären die letzten Kinder und die Erzieherin wäre genervt, weil sie Überstunden machen muss.

Ist es mir wichtig, dass das nicht eintritt? Ja! Ich mag die Erzieherin, ich finde sie leistet großartige Arbeit und es ist mir wichtig, dass ich ihren Feierabend respektiere und ich möchte nicht, dass meine Kinder traurig sind.

Die logische Schlussfolgerung: ich will

Wenn das so ist, dann ist die logische Schlussfolgerung. Ich muss nicht pünktlich sein, sondern ich will es.

Und das fühlt sich ganz anders an. Ja, ich beeile mich immer noch. Aber mit einem anderen Gefühl. Und verlege vielleicht den Einkauf nach hinten, um sicherzustellen, dass ich pünktlich bin – vielleicht sogar ohne mich abzuhetzen.

Also: Wenn du das nächste Mal im „ich muss“ Modus versinkst:

Was würde passieren, wenn du es lässt?
Ist dir wichtig, dass das nicht eintrifft?

Nimm wahr, wie anders es sich anfühlt, wenn du spürst, dass du nicht „musst“, sondern „willst“.

Nicht jede Entscheidung führt zu Spaß

In manchen meiner Seminare regt sich bisweilen Widerstand gegen diese Umformulierung. Wenn der Gedanke zum Beispiel ist: Ich muss diese Aufgabe machen, weil mein Chef mich dazu “verdonnert” hat. Dann fällt es manchen schwer, sich dafür zu entscheiden, dies tun zu wollen. Aber mal ehrlich: Auch hier greift die Frage: Was würde passieren, wenn du es lässt? Dann bekomme ich Ärger, vielleicht sogar, wenn ich öfter in die Verweigerung gehe, eine Abmahnung. Auch in dem Fall ist mir dann der Erhalt der Harmonie oder des Arbeitsplatzes wichtig genug, als dass ich, wenn vielleicht auch nicht mit großer Begeisterung, die Aufgabe erledige. D.h. auch in diesem Fall muss ich es nicht, sondern ich wähle das kleinere Übel. D.h. Ich möchte diese Aufgabe erledigen, weil ich damit Konsequenzen vermeide. Niemand hat gesagt, dass ich alles, wofür ich mich entscheide, auch voller Freude tue.

Allerdings, wenn ich mich schon dafür entscheide, könnte es sich lohnen, vielleicht doch einen Weg zu finden, wie es mehr Spaß macht. Im “ich muss” zu verharren fühlt sich jedenfalls selten gut an. Von daher wähle ich auch bei ungeliebten Aufgaben, wie etwa der Stuererklärung lieber den “ich will” Modus.

Die Autorin: Ingrid Huttary, Mindset-Expertin für souveräne Führung und gesunde Lebensbalance

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2 Antworten

  1. danke, wieder so ein guter Hinweis….dieses Umdenken hat bei mir schon vor einiger Zeit Großes verändert!
    alles Liebe
    Claudia

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