Nicht jetzt!

Frau jongliert zum Thema "nicht jetzt"

Was würde passieren …

Was würde passieren, wenn du einfach mal “nicht jetzt” sagst? Seit Jahren werde ich immer wieder um Rat gefragt, wenn die Fülle der Verpflichtungen einfach zu viel ist. Viele Menschen und insbesondere Frauen haben das Gefühl, dass sie sich redlich abmühen und es dennoch nie schaffen, allen Ansprüchen zu genügen. Und dabei selbst auf der Strecke bleiben und es nicht schaffen, noch für sich selbst gut zu sorgen.

Ich denke, es ist ein Phänomen unserer Zeit, dass wir wählen müssen, was eben auch heißt, dass wir wählen können und dürfen. Das heißt, dass wir selbst unsere Prioritäten setzen sollten. Dafür ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass wir eben nie allen Ansprüchen gerecht werden können.

Sich bis zur Erschöpfung aufreiben, ist keine Lösung

Und es ist wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, dass niemandem damit gedient ist, wenn wir uns bis zur Erschöpfung aufreiben. Es ist oft ein Prozess, da hin zu kommen, sich selbst die Erlaubnis zu geben, „Nein“ zu sagen oder zumindest „nicht jetzt“, bevor wir krank sind.

Ich finde es hilft oft, wenn wir den Anforderungen die Dramatik nehmen. Dabei können die folgenden Fragen helfen:

  • Was würde passieren, wenn du es nicht (sofort) tust?
  • Wenn du selbst entscheidest, wann du es tust?
  • Wenn du es delegierst?
  •  Wie viele Menschen würden sterben? Wie viele Millionen in den Sand gesetzt? Würdest du fristlos entlassen? Gesteinigt? Öffentlich ausgelacht?

Das Drama relativieren

Das Ziel bei diesen Fragestellungen ist es, die möglichen Auswirkungen in ein anderes Licht zu rücken. Das Drama zu relativieren. Das hilft oft enorm, um wieder eigene Handlungsspielräume zurückzugewinnen.

Ich nehme mal ein Beispiel aus einem meiner Workshops. Eine Teilnehmerin erzählte mir, dass sie noch zum Arzt muss, um das Rezept für die Krankengymnastik der Schwiegermutter abzuholen, dann ins Altersheim, um es der Schwiegermutter zu bringen. Alles mit ziemlichen Wegen verbunden. Eigentlich müsste sie aber zur gleichen Zeit ihre Tochter vom Sport abholen und schnell ein Abendessen produzieren.

Also: Was würde passieren, wenn sie das Rezept erst am nächsten Tag abholt?

Selbst bestimmen reduziert den gefühlten Stress

Die Schwiegermutter hätte es nicht, wenn sie zur Krankengymnastik geht. Würde sie deswegen nicht behandelt werden? Nein. Sie müsste nur das Rezept nachreichen. Das mag ihr unangenehm sein, aber es ist kein Weltuntergang. Und vielleicht findet sich sogar noch jemand anderes aus der Familie, der am nächsten Tag kurz bei ihr vorbeischauen und das Rezept mitnehmen kann.

Natürlich ist aufgeschoben oft nicht aufgehoben und Dinge vor sich her zu schieben, nicht immer die beste Lösung. Aber so Manches erledigt sich von selbst, wenn ich es nicht gleich mache und allein das Gefühl, nicht nur zu reagieren, sondern wieder selbst zu bestimmen, wann ich was mache, reduziert den erlebten Stress enorm.

Also: Wenn du das Gefühl hast, zu viele Aufgaben auf einmal zu haben. Wähle eine Aufgabe nach der anderen und frag dich:

  • Was würde passieren, wenn ich es nicht (sofort) tue?
  • Wenn ich selbst entscheide, wann ich es tue?
  • Wenn ich es delegiere?

Nutze zum Relativieren der Wichtigkeit und zum Entschärfen deiner inneren Dramatik ggf. noch die Ergänzungsfragen: Wie viele Menschen würden sterben? Wie viele Millionen in den Sand gesetzt? Würdest du fristlos entlassen? Gesteinigt? Öffentlich ausgelacht?

Also: Wann probierst du es aus, mit einem “nicht jetzt” deinen Zeitplan zu entstressen?

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Selbstwirksamkeit und Lebensfreude
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