Präsenz – Zum Beobachter des eigenen Geistes werden

Präsenz - Mann in offener Tür

Präsenz – Zum Beobachter des eigenen Geistes werden

Das, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, nehme ich verstärkt wahr. Und so ist es wohl kein Zufall, dass mir dieser Tage eine kleine Videoserie von Eckhart Tolle zum Thema Präsenz ins Emailpostfach flatterte.

Das Denken transzendieren

Ich habe hier ja schon vor vier Wochen über Achtsamkeit geschrieben und eine Woche später über den Wholeness Prozess von Connirae Andreas, mit dem sich die verschiedenen inneren Ich-Zustände sanft auflösen lassen.

Präsenz ist laut Eckhart Tolle ein Bewusstseinszustand, der das Denken transzendiert. Anders ausgedrückt: ein Bewusstseinszustand, der über dem Denken angesiedelt ist. Was eins zu eins mit der Frage von Connirae Andreas in ihren Prozessen korreliert: Wo ist das Ich, das „x“ wahrnimmt?

Gefoltert von den eigenen Gedanken

Die meisten Menschen haben ohne Unterlass eine Stimme im Kopf, die nie aufhört zu sprechen. Permanent „denkt es uns“, ständig laufen in uns diese gewohnheitsmäßigen Denkprozesse. Und für die meisten Menschen ist dieses kontinuierliche Selbstgespräch alles andere als angenehm. Laut Eckhart Tolle werden Millionen von Menschen auf der Welt von ihren eigenen Gedanken gefoltert.

Zum Beobachter des eigenen Geistes werden

Für die meisten Menschen ist es selbstverständlich, sich mit dieser Stimme in ihrem Kopf so sehr zu identifizieren, dass sie meinen, diese Stimme zu sein und keinen Raum jenseits der Stimme wahrnehmen. Präsenz ist bei Tolle die Bewusstheit hinter den Denkprozessen, ein Bewusstseinsraum, in dem du zum Beobachter deines eigenen Geistes werden kannst.

Unsere Gedanken vergällen uns den Augenblick

Die meisten automatischen Denkprozesse in uns, bewerten und beurteilen. Tolle meint, dass es im normalen menschlichen Bewusstseinszustand ein starkes Element gibt, das er dysfunktional und verrückt nennt. Überprüf es mal bei dir selbst: Wie viel von dem, worüber du dich ärgerst, entsteht aus deiner Bewertung? Wie viele deiner Sorgen und Ängste entpuppen sich als unnötig? Es sind unserer Gedanken, die uns den Augenblick vergällen.

Nimm als simples Beispiel den Stau oder die Schlange im Supermarkt. Der Stau ist ein Stau, die Schlange eine Schlange, beide sind per se weder gut noch schlecht. Erst meine Bewertung, dass es mir gerade nicht in den Kram passt, dass ich es eilig habe, dass ich gern woanders wäre, macht beides lästig.

Kann ich lernen präsent zu sein?

Und hier greift einer von Eckhart Tolles Tipps zu der Frage: Kann ich lernen präsent zu sein? Ja. Zum Beispiel, indem ich jedes Mal, wenn ich warte, die Zeit nutze als Gelegenheit, um einen Zustand der Bewusstheit, einen Zustand von Präsenz zu erlangen. Präsenz heißt, ganz im gegenwärtigen Augenblick zu sein, nicht mit den Gedanken nach vorn zu eilen, nicht in die Vergangenheit. Und den gegenwärtigen Augenblick „einfach nur“ wahrzunehmen, ohne ihn zu beurteilen.

Die Wahrnehmung ganz auf die Sinneswahrnehmung lenken

Und das gelingt am besten, wenn ich meine Wahrnehmung ganz auf die Sinneswahrnehmung lenke. Das holt mich raus, aus dem stetig fließenden Gedankenstrom. Im Stau kann das bedeuten, meine Aufmerksamkeit auf meine Hände am Steuer zu lenken.  Oder erst einmal auf meinen Atem, weil es erfahrungsgemäß ein guter Start in die Achtsamkeit ist, die Aufmerksamkeit auf den eigenen Atem zu richten. Und wenn ich mag, kann ich mich umschauen und ganz bewusst wahrnehmen, wer oder was alles präsent ist.

Wartezeiten als eine Art Auszeiten zu nutzen, um Präsenz zu üben, hat insofern besonderen Charme, als dass normalerweise ja das Gegenteil passiert. Ich muss warten, ich bin genervt, ich eile mit meinen Gedanken zu all dem, was ich eigentlich gerade lieber täte. Nicht nur, dass ich Zeit an einer Stelle verbringe, wo ich nicht sein will. Ich komme auch noch in schlechtem Zustand an, wenn die Warterei endlich vorbei ist.

Warten als Zeitfenster für Präsenz

Wenn ich aber das Warten zu einer Chance auf Bewusstheit transformiere, dann wird Warten zu einem ganz besonders attraktiven Zeitfenster und ich komme gelöst und quasi „resettet“ bei meinem nächsten Ziel an. Als letzte Woche hier in Berlin das Unwetter tobte, hatte ich einen Termin mitten in der Stadt. Von meiner Wohnung am Standrand aus, normalerweise ein Weg von rund 35 Minuten. Bei dem Wetter habe ich knapp anderthalb Stunden gebraucht.

Neugierig umschauen

Da hatte ich zwar noch nicht Eckhart Tolle gehört, aber die Gedanken sind mir ja nicht ganz neu. Insofern habe ich tatsächlich die Zeit im Stau damit verbracht, mich neugierig umzuschauen. Und kam trotz Verspätung (und ich bin gern pünktlich) recht entspannt am Ziel an. Auf dem Rückweg stand ich wieder im Stau. Inzwischen hatte ich Hunger. Da fiel es mir etwas schwerer entspannt zu bleiben. Dennoch habe ich mich selbst immer wieder ins Hier und Jetzt zurückgeholt. Ändern konnte ich es ja eh nicht.

Wie sind deine Erfahrungen mit Wartezeiten? Wann übst du Präsenz?

 Die Autorin: Ingrid Huttary, NLP-Lehrtrainerin und NLP-Lehrcoachingrid-rund

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