Sinnliche Gedanken

Herbstwald - innere Repräsentation

Sinnliche Gedanken

Wir reagieren nie auf die Welt im Außen, sondern auf unser Abbild dieser Welt, auf unsere innere Repräsentation. Besonders deutlich wird dies bei Träumen. Wir wachen schweißgebadet und mit klopfendem Herzen auf, weil wir von einer wilden Verfolgungsjagd geträumt haben, dabei liegen wir zu Hause gemütlich im sichersten Bett der Welt. Nicht die Realität im Außen, sondern unser Abbild davon erzeugt unsere Emotionen, unsere Ängste, unsere Sorgen. Wenn ich mein Abbild verändere, verändere ich automatisch meine Gefühle und meine Reaktionen.

Stell dir vor …

Im NLP gehen wir davon aus, dass ein Großteil unserer Gedanken sinnlich entsteht, dass wir unsere Sinne innerlich nutzen. Stell dir vor, du gehst durch einen herbstlichen Laubwald. Um dich herum lauter Bäume, deren Blätter im Sonnenlicht gelb und rot leuchten. Du spürst die Wärme der Sonnenstrahlen auf der Haut, in angenehmem Kontrast zur bereits herbstlich kühlen Luft. Du atmest tief ein und riechst diesen ganz besonderen Duft des leicht feuchten Waldes. Eine angenehme Ruhe umgibt dich, nur unterbrochen vom gelegentlichen Knacken der kleinen Äste auf die du trittst und dem Rauschen der Blätter, wenn der Wind sich etwas erhebt.

Um dieser kurzen Erzählung Sinn zu geben, hast du sehr wahrscheinlich innerlich deine Sinne aktiviert, dich an ähnliche Erfahrungen erinnert, die Blätter vor deinem „geistigen Auge“ gesehen, das Knacken innerlich gehört, das Laub gerochen…

Innere Repräsentationen und Vorerfahrungen

Und je nachdem, wie deine Erfahrungen mit Herbstwäldern sind, lösen diese inneren Repräsentationen positive oder negative Gefühle in dir aus. Meine Tochter hatte vor einigen Jahren in der Schule eine Projektwoche Wald und würde wahrscheinlich, obwohl diese hier nicht erwähnt waren, ein paar Spinnen und Käfer durch ihre Repräsentation krabbeln lassen und damit ein völlig anderes Erleben erzeugen als ich, die ich Herbstwälder liebe.

Im NLP gehen wir davon aus, dass nicht der Inhalt einer Erinnerung unsere Gefühle erzeugt, hier der Herbstwald, sondern die Art und Weise, wie wir diese Erinnerung gestalten. Anders ausgedrückt: die inneren Repräsentationen führen dazu, dass ich eine Erinnerung als angenehm oder als unangenehm empfinde.

Die Macht der gestalteten Erinnerung

Ein Ereignis, wenn es einmal passiert ist, lässt sich nicht mehr verändern. Wir reagieren allerdings, wenn das Ereignis einmal vorbei ist, nicht mehr auf dieses Ereignis, sondern auf unsere Erinnerung daran und diese lässt sich sehr wohl verändern. Etwas provokativ formuliert heißt das letztlich, dass unser Glück nicht von den äußeren Ereignissen abhängt, sondern davon, wie wir diese in unserer inneren Repräsentation gestalten.

Strahlende Farben anstelle von Schwarzweiß

Eine meiner Klientinnen, deren Mutter sehr früh gestorben war, hatte ein kleines schwarzweiß Bild in ihrer Erinnerung abgespeichert, auf dem die Mutter sehr traurig aussah. Sie hat dieses Bild dann vergrößert, hell und farbig gemacht und von unten nach oben verschoben. Mit jeder dieser Veränderungen veränderte sich auch ihr Gefühl zu diesem Bild. Und indem sie das Gesicht farbig und hell machte, verlor der Gesichtsausdruck seine Düsternis. Der verstorbenen Mutter kann es egal sein, wie und wo ihre Tochter sie erinnert, für die Tochter war diese Veränderung der Erinnerung ein sehr starkes, befreiendes, glückbringendes Erlebnis, besser als Champagner und sehr viel nachhaltiger. Vielleicht denkst du jetzt: „Aber das stimmt doch dann gar nicht.“ Aber wer weiß das schon. Beim NLP geht es nie um Wahrheit, sondern immer nur um nützliche Konstruktionen von Wirklichkeit.

Den inneren Abwärtsstrudel stoppen

Die Arbeit mit den inneren Repräsentationen ist sehr machtvoll, weil die Veränderung der Untereigenschaften dieser Repräsentationen – der so genannten Submodalitäten – unmittelbar eine Veränderung des Gefühls nach sich zieht. Eine gute Freundin von mir war eine Zeitlang oft wütend oder traurig, wenn ihr Mann verreist war. Sie manövrierte sich dann selbst in einen inneren Abwärtsstrudel. Wir haben dann gemeinsam ihr inneres Bild von ihrem Mann verändert. Wenn er weg war, sah sie ihn auch vor ihrem geistigen Auge weit weg und klein und blass. Wir haben stattdessen sein Bild wieder ganz groß und nah und hell und in leuchtenden Farben vor ihr inneres Auge geholt. Sofort fühlte sie sich ihm wieder nah und verbunden und aus ihren wütenden wurden liebevolle Gedanken.

Auch imaginierte Nähe macht gute Gefühle

Das klingt jetzt vielleicht verrückt, weil er ja nach wie vor verreist war. Reale Nähe wäre ihr auch immer noch lieber gewesen, aber eine Zeit lang funktioniert auch die imaginierte Nähe.

Probier’s mal aus. Welche inneren Bilder erzeugen bei dir ungute Gefühle und wie kannst du sie so verändern, dass du dich besser fühlst?

 Die Autorin: Ingrid Huttary, NLP-Lehrtrainerin und NLP-Lehrcoachingrid-rund

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