Auf der Suche nach meiner Lösungsfähigkeit – Wohin mit der Wut?

Wut - roter Smiley - Lösungsfähigkeit

Unsichere Zeiten

Nie war das Schlagwort von der VUCA Welt greifbarer als in diesen Zeiten. Eigentlich bezieht sich dieser Begriff auf das Umfeld, in dem viele Unternehmen heutzutage agieren. Dabei steht V für „volatility“, Volatilität, zu deutsch Unbeständigkeit, U für „uncertainty“ Unsicherheit, C für „complexity“ Komplexität und A für „ambiguity“, zu deutsch Mehrdeutigkeit.

VUCA für alle

Derzeit agiert nicht mehr nur die Wirtschaft in einem unbeständigen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Umfeld. Was gestern noch als selbstverständlich galt, Bewegungsfreiheit, volle Auftragsbücher, verlässliche Gehälter, Reisen, u.v.m. ist hinweggefegt von einem unsichtbaren Feind. Dass ich in diesem unsicheren, mehrdeutigen Umfeld, hin- und hergerissen bin, habe ich vor zwei Wochen schon thematisiert.

Emotionen sind Fakten

Dieser unsichtbare Feind ist zudem so neu und relativ unerforscht, dass niemand verlässliche Prognosen abgeben kann, wann der Spuk vorbei ist. Dadurch wallt in mir ab und an Wut hoch. Ich fühle mich hilflos ausgeliefert. Und Machtlosigkeit macht – nicht nur mich – wütend. Natürlich weiß mein rationales Großhirn, dass es wenig sinnvoll ist, auf ein Virus wütend zu sein. Das ändert aber nichts daran, dass die Emotion da ist. Gerade erst habe ich im sehr lesenswerten Buch meines Kollegen Martin Haberzettl und seiner Frau Sandra Schinwald-Haberzettl gelesen, dass Emotionen Fakten sind. Es macht überhaupt keinen Sinn, so zu tun, als gäbe es sie nicht. Nur wer sich mit seinen Emotionen beschäftigt und auseinandersetzt, kann sie kontrollieren und steuern.

Wie sehen wir unsere Lösungsfähigkeit?

In meinen Seminarunterlagen zu den Themen Stressmanagement oder auch „Wege zur Gelassenheit“ steht der Passus: Die Frage, die darüber entscheidet, ob wir gelassen bleiben oder nicht, ist: Wie sehen wir unsere Lösungsfähigkeit in Bezug auf das Problem? Fühlen wir uns imstande, eine Aufgabe oder ein Problem anzupacken und zu bewältigen, dann sind wir in der Regel in der Lage, gelassen zu bleiben. Auch in der Glücksforschung und in der Forschung zum Thema Depression kristallisiert sich immer wieder heraus, dass der gefühlte eigene Handlungsspielraum entscheidend ist für gefühltes Glück oder Unglück.

Lösungsfähigkeit ausbauen

Und ich kann nun mal dieses Virus nicht einfach verschwinden lassen. Und die damit verbundenen Einschränkungen auch nicht. Trotzdem bin ich natürlich meiner Wut nicht hilflos ausgeliefert. Denn wenn ich meine Gelassenheit wiedererlangen möchte, dann geht es darum, im vorgegebenen Rahmen meine eigene Lösungsfähigkeit zu erkennen, zu erhalten und auszubauen.

Das Gute im Schlechten

Das erste, was ich tun kann, ist mein Gehirn auf die Suche nach dem Guten im Schlechten zu schicken. Ich kann zwar Corona nicht einfach wegwünschen und die damit einhergehenden Maßnahmen auch nicht. Aber ich kann natürlich sofort das anwenden, was im NLP Reframing heißt und bei Stefan Klein in seinem Buch „Die Glücksformel“ die Robinson Crusoe Therapie. Ich stelle dem Übel das Positive der Lage gegenüber. Bei Robinson war das z.B. „Ich bin zwar auf einer einsamen Insel, aber ich bin noch am Leben und nicht ertrunken wie alle Kameraden.

Für mich gilt: Ich sitze zwar zu Hause und kann keine „normalen“ Seminare halten, aber ich bin nicht allein, sondern habe einen Mann und meine Töchter um mich, ich bin vom Staat unbürokratisch entschädigt worden und muss nicht um meine Existenz bangen, ich kann die Zeit nutzen, um neue Ideen zu entwickeln, ich kann Onlineformate entwickeln …

Alle meine mit Freunden und Freundinnen geplanten Kurztrips dieses Jahr fallen ins Wasser, aber wir sind alle gesund, wir bekommen (hoffentlich 😉 ) alle bereits geleisteten Zahlungen erstattet und können die Reisen nachholen.

Perspektive ändern

Ich kann mich natürlich auch, wie letzte Woche beschrieben, in eine verlockende Zukunft beamen und von dort startend eine Strategie für mich entwickeln. Auch das eröffnet mir wieder den Zugang zu selbstbestimmten Handlungsspielräumen.

State Management nutzen

Und wenn Gedankenspiele nicht helfen, dann kann ich natürlich auch erst einmal klassisches State Management betreiben und mir je nach Vorliebe laute Musik auflegen und dazu tanzen, singen, joggen, spazieren gehen  oder andere Dinge tun, die mich auf andere Gedanken bringen.

Gefühle ernst nehmen

Wichtig finde ich nur – und das merke ich auch immer wieder an mir selbst – die Gefühle wahrzunehmen und dann damit umzugehen. Wie oben geschrieben, sind Emotionen nun mal Fakten und wollen ernst genommen werden.

Welche Gefühle kommen in dir so hoch in diesen Zeiten? Und wie gehst du damit um?

 

Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Führung und Selbstführung

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