Die Timeline

Timeline - Uhr von zwei Linien umrahmt

Die Repräsentation von Zeit

Vor ein paar Tagen habe ich in einem meiner Seminare mit den Teilnehmern über unsere Repräsentation der Zeit, die Timeline und die darauf basierenden Zeittypen im NLP gesprochen. Für manche war diese Unterscheidung ein echtes Aha Erlebnis. Endlich hatten sie eine Erklärung für ihre Art sich in der Zeit zu bewegen und für die unterschiedlichen Bedürfnisse und Verhaltensweisen, die damit einhergehen.

Zeit ist nicht unmittelbar sinnlich erfassbar

Zeit kannst du nicht schmecken oder riechen. Du kannst Zeit auch nicht anfassen, nicht sehen und nicht hören. Und doch ist Zeit für die meisten Menschen enorm wichtig. Viele sagen oder denken häufig: „Ich habe zu wenig Zeit.“ oder „Wo ist sie geblieben die Zeit?“

Zeit im Raum

Seit den 80er Jahren haben im NLP insbesondere Tad James und Wyatt Woodsmall das Konzept der Timeline erforscht und entwickelt. Die Grundidee dabei ist die, dass wir Zeit verräumlichen. Irgendwie müssen wir ja ein Konzept davon im Kopf haben, was gestern war, was bereits länger her ist und was noch gar nicht geschehen ist, was wir uns aber vorgenommen haben.

Du kannst es auch an unserer Sprache erkennen, dass wir Zeit im Raum anordnen. Das liegt schon so lange/weit zurück. Bis dahin ist es noch weit. Er hat eine glänzende Zukunft vor sich. In der zurückliegenden Zeit …, vor ihm liegt noch ein langes Leben usw.

Ein Experiment

Wenn du Lust hast, schließ doch mal für einen Moment die Augen. Erinnere dich an ein schönes Ereignis in deinem Leben, einen Urlaub, einen Spaziergang, einen Saunagang, irgendetwas Schönes. Und achte heute mal drauf, von wo du dir dieses Ereignis abrufst. Hast du es rechts oder links von dir in deiner Erinnerung gespeichert? Oder“kramst“ du es von hinter dir hervor? Und dann stell dir vor, dass du etwas Ähnliches demnächst erleben möchtest. Wo nimmst du das Zukunftsbild wahr? Ist es weiter vorne, kommt es aus der entgegengesetzten Richtung?

Der Einfluss der Timeline

Dieses kleine Experiment kann dir bereits einen ersten Hinweis darauf geben, wie du Zeit für dich repräsentierst. Denn die Art und Weise, wie wir Zeit repräsentieren, ist nicht bei allen gleich. Und die These im NLP ist die, dass unsere innere Repräsentation unserer Zeit, unsere Zeitlinie oder Timeline entscheidenden Einfluss darauf hat, wie wir uns in der Zeit bewegen.

Wenn ich meine Erinnerungen und meine Zukunftserwartungen mit einer imaginären Linie verbinde, dann habe ich meine individuelle, eigene Timeline nachgezeichnet. Bei zwei Vorstellungen, wie im obigen Beispiel, habe ich natürlich erst einmal nur einen Näherungswert.

Die unterschiedlichen Zeittypen

Im NLP wurde zunächst zwischen zwei Haupttypen unterschieden. Beim einen Typ verläuft die Zeitlinie durch den Körper hindurch, meist von hinten nach vorn. Menschen, die ihre Zeit so organisieren, werden „in time“ genannt. Beim zweiten Typ verläuft die Zeitlinie außerhalb des eigenen Körpers, in unserem Kulturkreis meist vorne vorbei. Links befindet sich dabei in der Regel die Vergangenheit, rechts die Zukunft.

Nach meiner Erfahrung gibt es allerdings viele unterschiedliche Varianten. Im Laufe er Zeit kam dann zu diesen beiden Typen noch die „between time“ Variante hinzu. Hierbei handelt es sich um eine Mischung von „in time“ und „through time“. Die Timeline geht durch den Menschen hindurch (wie ‘in time’), allerdings ist die gesamte Timeline im Blickfeld (wie ‘through time’).

Assoziiert oder dissoziiert im Erleben

Der entscheidende Unterschied bei „in time“ und „through time“ besteht darin, dass Menschen ihr Erleben von Zeit anders organisieren. Der so genannte Intimer erlebt den Moment assoziiert. Assoziiert heißt hier, wie immer im NLP, dass jemand voll im Moment und im eigenen Erleben ist. Der Throughtimer hingegen ist eher dissoziiert unterwegs, das heißt, er sieht die gesamte Zeitlinie vor sich und betrachtet sein Erleben von außen. Dadurch ist er natürlich weniger im Moment verhaftet.

Wie eingangs erwähnt, war diese Unterscheidung für manche meiner Teilnehmer ein echtes Aha-Erlebnis. Vielleicht geht es dir selbst ja auch so, dass du oft nicht verstehst, warum ein Freund, dein Partner oder ein Kollege so anders unterwegs ist. Eine meiner Teilnehmerinnen erkannte, dass sie als „in time“ vollständig in einer Aufgabe aufgeht und darüber Zeit und Raum vergisst. Für ihren Partner, der eine „through time“ Zeitlinie hat, ein völlig unverständliches Verhalten. Er verliert nie den Überblick über die Zeit, allerdings um den Preis, dass er auch selten in einer Aufgabe voll aufgeht.

Natürlich handelt es sich bei der Unterscheidung in diese Zeittypen um ein Modell. Und viele Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens die Fähigkeit, sich mal so und mal anders zu verhalten. Trotzdem finde ich dieses Modell sehr erhellend. Wie geht es dir mit deiner Zeit? Hast du stets den Überblick oder verlierst du dich gern im Moment?

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Selbstwirksamkeit und Lebensfreude

ingrid-rund

  • Du möchtest deine Zeitqualität steigern?

Wende dich vertrauensvoll an mich. Bereits zwei bis drei Coachingstunden können Wunder bewirken.

Vielleicht bin ich ja genau die Richtige, um dich dabei zu unterstützen, endlich (wieder) deine Zeit- und Lebensqualität zu steigern.

Live in Berlin oder online.

Mehr erfahren über Coaching mit Ingrid.

follow: facebooklinkedinxing

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, gefällt dir vielleicht auch ...

2 Antworten

  1. Avatar Marte sagt:

    Oh, ich bin ein throughtimer. Irgendwie enttäuscht mich das gerade. 😉 Aber es passt wohl, denn auch wenn ich es immer wieder versuche, kann ich häufig schlecht bei einer Sache verweilen. Kann es sein, dass es immer weniger intimer gibt und das an der ständigen Verfügbarkeit einer unendlich großen Menge an Informationen liegt?

    • Liebe Marte,
      wie immer im NLP gibt es kein richtig und kein falsch. Aber das ist dir vermutlich selbst klar 😉 Im Seminar waren es eher die Intimer, die erleichtert waren, dass mit ihnen nichts falsch ist, sondern dass sie Zeit einfach anders wahrnehmen. Für uns Throughtimer ist der derzeitige Trend zur Achtsamkeit günstig. Wir sind nicht von selbst vertieft im Moment, sondern brauchen dafür Achtsamkeit und Übung. Dafür haben wir andere Stärken 😉
      Liebe Grüße
      Ingrid

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.