Das Gute im Schlechten – Wer weiß, wofür es gut ist

Stewardess winkt - Wer weiß

Das Gute im Schlechten – Wer weiß, wofür es gut ist

Eugen Roth prägte den Satz: „Der Mensch bleibt steh’n und schaut zurück und sieht sein Unglück war sein Glück.“ Diese Erfahrung hat wohl jeder schonmal gemacht. Wir können heute nicht wissen, was morgen kommt. Und manches, was uns heute bitter aufstößt, ist vielleicht sogar der Anstoß für positive Veränderungen von morgen. Deswegen ist es meines Erachtens hilfreich, gerade dann, wenn wir uns als Opfer fühlen, sich öfter mal zu sagen: Wer weiß, wofür es gut ist.

Als ich noch Flugbegleiterin war

Nach meinem Studium habe ich eine Zeitlang als Flugbegleiterin gearbeitet. Ursprünglich sollte es nur eine kurze Zwischenstation von einem halben Jahr sein. Doch dann wurde mein Vertrag entfristet und die Rahmenbedingungen gefielen mir: garantiert unregelmäßige Arbeitszeiten, viel Freizeit, wechselnde Kollegen, günstig reisen. Ich blieb. Doch just als ich mit meinen Zwillingstöchtern schwanger war und bereits die verschiedenen Teilzeitmodelle eruiert hatte, wurde mir meine Station in Berlin geschlossen. Nun hatte ich die Wahl, mit frisch geborenen Zwillingen zu shutteln, will heißen, von einer anderen Stadt aus zu fliegen und damit sehr viel seltener zu Hause zu sein als geplant, umzuziehen oder zu gehen. Umziehen wollten wir nicht, wir hatten gerade erst ein Haus gekauft. Mit zwei Neugeborenen shutteln wollte ich auch nicht. Also habe ich das Auflösungsangebot und die damit einhergehende Abfindung angenommen.

Aus heutiger Sicht

Im ersten Moment war ich alles andere als froh über die Schließung meiner Station und darüber, dass meine Pläne so jäh durchkreuzt wurden. Aber aus heutiger Sicht, war es ein Glück, dass sich damals die Rahmenbedingungen so verändert hatten, dass ich genötigt war, eine Entscheidung zu treffen. Denn von der Abfindung habe ich die NLP-Ausbildungen und die Ausbildung zur Trainerin bezahlt. Und mein heutiger Beruf macht mir deutlich mehr Spaß, als das Fliegen damals und ich empfinde ihn als sehr viel erfüllender und sinnvoller.

Der missglückte Adventskalender

Dieser Beitrag ist selbst auch so ein Beispiel für das Gute im Schlechten. Im Dezember 2016 habe ich meinen eigenen Adventskalender erstellt, indem ich täglich einen Blogartikel verfasst habe. Damals hatte ich noch sehr wenige Leser und es sind – anders als erhofft – durch den Adventskalender auch nicht mehr geworden. Was mich natürlich zunächst nicht erfreut hat. Das Gute daran, dass diese Beiträge damals kaum jemand gelesen hat, ist nun, dass ich diese Texte jetzt in Wochen, in denen ich sehr wenig Zeit habe, mit leichten Veränderungen wieder verwenden kann, ohne dass es allzu vielen auffällt.

Die Haltung von Offenheit, Neugierde und Vertrauen

Nun wissen wir in der Gegenwart leider oft noch nicht, wofür manches Ärgernis noch gut sein wird. Aber die Grundhaltung von Offenheit, Neugierde und Vertrauen hilft dabei, gelassener mit den Herausforderungen im Hier und Jetzt umzugehen.

Hierzu passt sehr schön die folgende sehr alte Tao-Geschichte:

Wer weiß

Ein alter Mann lebte zusammen mit seinem einzigen Sohn in einer armen Dorfgemeinschaft. Er galt als gut gestellt, denn er besaß ein Pferd, mit dem sie die Felder bestellen konnten.

Eines Tages lief das Pferd davon. Die Leute im Dorf kamen zu dem alten Mann und riefen “Oh, was für ein schreckliches Unglück!” Der alte Mann erwiderte aber mit ruhiger Stimme: “Wer weiß…, wer weiß schon, wozu es gut ist?”

Eine Woche später kam das Pferd zurück und führte zwei wunderschöne Wildpferde mit auf die Koppel. Wieder kamen die Leute aus dem Dorf: “Was für ein unglaubliches Glück!” Doch der alte Mann sagte wieder: “Wer weiß…, wer weiß schon, wozu es gut ist?”

In der nächsten Woche machte sich der Sohn daran, eines der wilden Pferde einzureiten. Er wurde aber abgeworfen und brach sich ein Bein. Nun musste der alte Mann die Feldarbeit allein bewältigen. Und die Leute aus dem Dorf sagten zu ihm: “Was für ein schlimmes Unglück!” Die Antwort des alten Mannes war wieder: “Wer weiß…, wer weiß schon, wozu es gut ist?”

In den nächsten Tagen brach ein Krieg mit dem Nachbarland aus. Die Soldaten der Armee kamen in das Dorf, um alle kriegsfähigen Männer einzuziehen. Alle jungen Männer des Dorfes mussten an die Front und viele von ihnen starben. Der Sohn des alten Mannes aber konnte mit seinem gebrochenen Bein zu Hause bleiben.

“Wer weiß…, wer weiß, wozu es gut ist?”

Verfasser unbekannt, gefunden in:”Way of the Peaceful Warrior” von Dan Millman, deutsch: Der Pfad des friedvollen Kriegers. Verlagsgruppe Random House München 2000

Also: Das nächste Mal, wenn dir unverhofft etwas querschießt, erinnere dich daran, dir die „Wer weiß …“ Frage zu stellen.

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Lebensfreude und Lebensbalance

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2 Antworten

  1. gina billy sagt:

    Hallo liebe Ingrid – und wilkommen zurück auf der Insel! (Too funny, dass ich erfahre von deinem Post, dass du wieder hier bist!) Deine Wörter heute kommen genau bei mir an – nicht weil gerade jetzt etwas unerwartete passiert ist (aber wer weiß? Der Tag ist noch jung…Dein Post hat mich aber dran erinnert an ein Mal wo mir echt ein Unglück passierte: Beim Sturtz ,die geschah, als mein Kopf voll mit der Plannung eine riesen Projekts (siehe Rubbish Warrior), brach ich eine Rippe, ein andere wurde angebrochen. Es war schrecklich – nicht nur die Schmerzen, sondern die “Einschnitte” in meinem Bewgungsfreiheit – und in meinem Stolz, immer “alles alleine zu machen,” (heisst: Immer die Kontrolle zu behalten – oder zu mdst. dachte ich ich hatte sie…) Durch dieses Umfall musste ich entscheiden, sage ich dieses Projekt ab, und dadurch die Kinder zu entauschen (evtl.) und auch mein Traum für was das Projekt bewirken könnte – oder es doch weiter zu machen, aber nicht alleine, weil das einfach physikalisch nicht mehr ginge. Ich entschied mich für letzteres – und machte dadurch ein riesen Schritt Richtung “was passieren kann, wenn du Leute (Freunde in diesem Fall) um Hilfe oder Unterstutzung bittets?” Heute durch deinem Post, dachte ich wieder zurück zu diesem Zeit. Der Umfall war gut, weil ich müßte dadurch (wieder) lernen das andere Menschen auch super Ideen haben – und ich muß nicht immer “die Kommando” haben. Danke liebe Ingrid!

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