Vom Umgang mit inneren Widerständen

Mit inneren Widerständen umgehen

Ein Foto von mir, das zu den Gefühlen passt, die zunächst in mir hoch kamen.

Liebevoll mit inneren Widerständen umgehen

Heute möchte ich mit dir teilen, wie es mir letzte Woche gelungen ist, mit starken inneren Widerständen liebevoll umzugehen. Vielleicht kann dir mein Umgang mit meinen inneren Widerständen in dieser herausfordernden Zeit mit den vielen Einschränkungen helfen, so oder so ähnlich mit deinen eigenen inneren Widerständen umzugehen. Falls du ganz andere effektive Wege beschreitest, schreib gern deine positiven Erfahrungen in die Kommentare.

Die Hiobsbotschaft

Mitte letzter Woche erreichte mich die Nachricht, dass wir zwar weiter Präsenzseminare halten dürfen. Ab dem 1. Dezember gilt nun aber für die Erwachsenenbildung, was in vielen Klassenräumen schon Alltag war: Maskenpflicht auch am Platz, auch wenn zwei Meter Abstand eingehalten werden können.

Natürlich weiß ich, dass andere Menschen und Berufsgruppen bereits seit dem Frühjahr den ganzen Tag Maske tragen. Trotzdem war ich zunächst entsetzt. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich den ganzen Tag durch die Maske hindurch die Teilnehmerinnen erreichen soll. Zumal wir ja nicht, wie ich es sonst bevorzuge im Stuhlkreis sitzen, sondern jede mit eigenem Tisch hintereinander, sodass die Teilnehmerinnen in der letzten Reihe gut 15 Meter weit weg sind.

Die innere Rebellion

In mir rebellierte es heftig. Was dann im Alltag zwischenmenschlich oft passiert, sind gut gemeinte Beschwichtigungen. „Andere machen das auch schon lange“, „man gewöhnt sich dran …“.

Beschwichtigungen helfen nach meiner Erfahrung jedoch wenig. Der Beschwichtigende meint es nur gut, aber: derjenige, der mit diesen gut gemeinten Beschwichtigungen adressiert wird, nimmt meist nur eines wahr: der andere nimmt mich und mein Problem nicht ernst. Doch genau darum geht es: das Gefühl, den Unmut, den Frust ernst zu nehmen.

Das Modell vom inneren Team

Und dafür eignet sich hervorragend das Modell des inneren Teams bzw. die Arbeit mit inneren Anteilen. Die Grundidee ist ganz einfach: ich betrachte mich nicht als eine Person „aus einem Guss“, sondern ich nehme mich wahr als ein aus vielen Einzelpersönlichkeiten bestehendes System, ich vereine also ein ganzes Team in mir.

Ich habe also nach innen gespürt: Wer rebelliert denn da so in mir? Denn es gab ja durch aus auch Anteile, die nachvollziehen konnten, dass die Maßnahmen eine positive Absicht verfolgen.

Wer waren die inneren Rebellen?

Die beiden Anteile, die da heftigst rebellierten, waren in meinem Fall der Freiheitsanteil und der Selbstfürsorgeanteil. Der Freiheitsanteil wollte gern selbst bestimmen, wie er ein Seminar gestaltet und für ihn steht Sicherheit nicht an erster Stelle. Der Selbstfürsorgeanteil fürchtete dauernde Hitzewallungen durch die Maske, weil er die Erfahrung in anderen Kontexten schon gemacht hat, schickte mir gleich mal kurzfristig rote Flecken auf der Haut, um mir zu zeigen, was passieren würde und hatte auch Angst, dass die Stimme es nicht schafft und die Konzentration leidet.

Mitgefühl als Lösung

Es gab auch noch weitere Befürchtungen von anderen Anteilen, aber es waren diese beiden, die besonders stark rebellierten. Das Erste, was ich nun mit mir selbst gemacht habe: Ich habe die beiden in den Arm genommen und mich bedankt und sie getröstet. Ihnen mein volles Mitgefühl zukommen lassen.

Und anschließend habe ich dieses Mitgefühl ausgedehnt. Nichts hat irgendeine Bedeutung, außer der, die ich ihm gebe. Da ich keine Anhängerin von Verschwörungstheorien o.ä. bin, glaube ich denen, die diese Regeln aufstellen, dass sie nach bestem Wissen und Gewissen agieren. Niemand will mir was Böses.

Verbundenheit und Pragmatismus

Dann ist es egal, ob ich die Regel nun gut oder schlecht, sinnvoll oder sinnlos finde. Wenn ich mit tief empfunden Mitgefühl für alle verbinde, dann kann ich liebevoll mit mir selbst umgehen und mit allen anderen auch, egal ob sie jetzt wie ich eher rebellieren oder ob sie sehr ängstlich sind und am liebsten noch strengere Regeln hätten oder ganz andere Lösungen.

Und dann habe ich noch auf der pragmatischen Ebene so gut es ging für mich gesorgt. Die Befürchtung Hitzewallungen zu bekommen, erledigte sich dadurch, dass wir zusätzlich zu den Masken ja auch noch ständig gelüftet haben. Die Teilnehmerinnen hatten zum Teil schon mit Decken vorgesorgt. Ich bin nicht die Einzige mit aktivem Selbstfürsorgeanteil 😉

Für die Stimme habe ich mir vorsorglich ein Headset geben lassen. Das habe ich dann aber gar nicht gebraucht. Trotzdem war es gut, zu wissen, dass ich mich entlasten könnte. Außerdem haben wir trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt gelegentlich draußen gearbeitet, sodass ich zumindest dann mal die Gesichter hinter den Masken sehen konnte. Insgesamt habe ich mich hin und wieder kurz zurückgezogen, um mal ohne Maske durchzuatmen und meiner Haut etwas Luft zu gönnen.

Dank dieser Kombination aus liebevollem Umgang mit meinen inneren Widerständen und pragmatischer Maßnahmen zum Umgang mit den Regeln, konnte ich trotz allem voll freudiger Erwartung ins Seminar-Wochenende gehen. Und so wurde es dann trotz aller Restriktionen ein richtig schönes, intensives und für alle lehrreiches Seminar.

Die Autorin: Ingrid Huttary, Mindset-Expertin für souveräne Führung und gesunde Lebensbalance

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