Zuverlässigkeit

Zuverlässigkeit - Männchen mit grünem Häkchen im Arm

Wie wichtig ist dir Zuverlässigkeit?

Mir ist Zuverlässigkeit enorm wichtig. Nachdem ich angefangen habe, mich mit Persönlichkeitsentwicklung und NLP zu beschäftigen, habe ich mich immer wieder mit meinen Werten beschäftigt. Und auch in der Coachingausbildung zum Business Coach, in der ich eine der Trainerinnen bin, ist uns das Thema Werte so wichtig, dass wir es gleich am ersten Wochenende mit den Teilnehmenden erarbeiten.

Meine höchsten Werte

Ganz oben auf meiner Liste stehen Lebendigkeit und Freiheit. Unter anderem deswegen bin ich selbstständig. Gerade in den letzten Wochen ist mir jedoch mehrfach aufgefallen, dass auch Zuverlässigkeit zu meinen höchsten Werten gehört. Und diesen Wert habe ich auch meinen Töchtern mitgegeben. Denn immer wieder bekomme ich mit, dass sie sich aufregen, wenn sie sich auf Menschen in ihrem Umfeld nicht verlassen können.

Zuverlässigkeit ist nicht ganz aus der Mode

Mich freut das, weil meine Töchter damit widerlegen, dass Zuverlässigkeit aus der Mode kommt. Und manchmal gewinne ich diesen Eindruck. Menschen, die noch ohne Handy aufgewachsen sind, mussten Verabredungen einfach langfristiger und verbindlicher treffen, weil es schlicht nicht möglich war, von unterwegs nochmal die Verabredung zu ändern. Und heute gewinne ich manchmal den Eindruck, dass die Kommunikationsgeschwindigkeit auf Kosten der Verbindlichkeit geht.

Gerade in unsicheren Zeiten

Ich persönlich finde, gerade jetzt, in diesen unsicheren Zeiten, Zuverlässigkeit besonders wichtig. Gerade in diesen Zeiten, in denen sich ständig die Regeln ändern, in denen ich nicht weiß, ob ich nächste Woche das Seminar vor Ort halten darf, ob ich im Sommer im Ausland Urlaub machen kann oder ob ich am Wochenende meine Familie treffen darf. Gerade jetzt ist es mir noch wichtiger, dass ich mich auf Zusagen verlassen kann.

Total daneben

Allerdings fühle ich mich mit diesem Anspruch recht allein. Neulich hatte ich mit einem Makler wegen eines Gutshauses vereinbart, dass er sich meldet, sobald er weiß, ob ich es am Wochenende besichtigen kann. Nicht nur, dass er sich nicht von sich aus gemeldet hat, er war auch einfach nicht mehr erreichbar. Vermutlich hat er es nicht mehr nötig, mir das Haus auch noch zu zeigen. Trotzdem hätte ich es für anständig gehalten, dass er mir zumindest Bescheid sagt.

Das gehört sich nicht

In meinen Seminaren erzähle ich oft, wenn ich über das Meta-Modell der Sprache spreche, dass ich aus einer Kleinstadt komme, mit ganz vielen „das tut man nicht“ oder „das gehört sich nicht“. Hinter diesen Aussagen stecken Werte und Überzeugungen, die ich an vielen Stellen durchaus fragwürdig finde und deswegen gern mit dem Fragenrepertoire aus dem Meta-Modell in Frage stelle.

Kreta und meine Verbindlichkeit

Wenn es um Verlässlichkeit geht, dann habe ich dieses „das gehört sich nicht“ in mir tief verankert. Wenn ich eine Zusage mache, dann halte ich mich in aller Regel auch daran. Was nicht heißt, dass ich nicht auch mal was verschwitze. Manchmal stehe ich mir damit sogar selbst im Weg. Als ich vor zwei Jahren das erste Mal meinen NLP-Kompaktkurs auf Kreta halten wollte, habe ich ihn einige Monate vorher abgesagt, weil ich denjenigen, die angemeldet waren, nicht zu 100 Prozent versprechen konnte, dass er stattfindet. Das war von denjenigen, die zunächst zugesagt hatten, und dann wieder absagten, keine böse Absicht. „Life is what happens, while you are busy making other plans.“ sang schon John Lennon.

Die verbindliche Zusage

Ich habe damals mit einer Kollegin darüber gesprochen, dass ich das Risiko auf die Teilnehmenden über meine AGBs „abwälzen“ könnte. Aber das fühlt sich für mich nicht stimmig an. Deswegen sage ich inzwischen lieber, ich lasse ihn ggf. mit ganz wenigen Teilnehmern stattfinden, aber er findet statt. Apropos J: ein paar Plätze gibt es dieses Jahr noch.

Wenigstens Bescheid sagen

Auch im Freundeskreis war ich neulich etwas fassungslos. Reisen ist ja in diesen Zeiten nahezu unmöglich. Zweimal haben zwei alte Studienfreundinnen und ich deswegen eine geplante gemeinsame Reise schon verschoben. Zuletzt hatten wir uns darauf verständigt, dass wir wegen des neuen Termins, den wir Ende Juli ins Auge gefasst hatten, nochmal abwarten. Als jetzt aus meiner Sicht die entscheidende Hürde genommen war und auch ich absehbar zwei Wochen vor dem geplanten Termin voraussichtlich geimpft sein werde (die italienische Lehrerin und die Schottin, mit denen ich reisen wollte, sind es ohnedies schon länger) habe ich mich riesig gefreut. In der Zwischenzeit hatte die eine allerdings schon andere Pläne gemacht und die zweite meinte, dass sie dieses Jahr lieber gar nicht ins Ausland fährt. Beides verstehe ich total. Ich hätte es nur fair gefunden, wenn sie es mir einfach schon mal gesagt hätten. Als sie ihre Pläne gemacht haben und nicht erst auf Nachfrage.

Es geht nicht ums Durchziehen um jeden Preis

Das ist das, was ich unter Zuverlässigkeit verstehe. Nicht, dass wir unter allen Umständen alles durchziehen. Das ist derzeit ja eh nicht möglich. Aber zu kommunizieren, wenn ich meine Meinung oder meine Pläne ändere. Klar, mein Modell der Welt. Und ich merke an ganz vielen Stellen, dass diese meine Haltung zu Verbindlichkeit keine Selbstverständlichkeit ist. Ich werde deswegen auch nicht gleich die Freundschaft kündigen. Nur vielleicht mein Engagement bei gemeinsamen Plänen zumindest vorübergehend etwas runterfahren.

Sogar, wenn es uns Geld kostet

Im März haben meine Geschwister und ich gemeinsam unser Elternhaus verkauft. Und während des Verkaufs haben wir mit dem Käufer eine Verabredung getroffen, die dann der Notar hätte in den Vertrag schreiben sollen. Letzterer hatte den Deal aber missverstanden – zu Ungunsten des Käufers. Aber ich hatte an anderer Stelle zu dem Käufer schon mal gesagt: eine Frau ein Wort (das können nicht nur Männer J ). Und meine Geschwister ticken auch so. Deswegen haben wir dann zur mündlichen Verabredung gestanden, obwohl sie uns Geld gekostet hat. Auch das ist für mich Fairness und Verlässlichkeit.

Klare Konsequenzen

Weil ich so ticke, habe ich gerade auch eine Mentoringvereinbarung wieder gecancelt. Eigentlich hatte ich mich auf die Zusammenarbeit mit dem jungen Mann, den ich wirklich spannend finde, sehr gefreut. Aber er hat es weder geschafft, mir zeitnah die versprochene Vereinbarung zu schicken noch einen im Vorfeld wichtigen Termin mit einem anderen Berater zu vereinbaren. Hey, wenn das im Vorfeld schon so losgeht, dann bin ich raus. Immerhin hat er nicht so getan, als ob ich spinne, sondern sich ehrlich entschuldigt. Das fand ich dann wieder kompatibel mit meinen Werten und bedaure schon wieder ein wenig, dass wir nicht zusammenkommen.

Wie ist es bei dir? Was ist dir richtig wichtig? Und wie stehst du zu Zuverlässigkeit?

Die Autorin: Ingrid Huttary, Mindset-Expertin für souveräne Führung und gesunde Lebensbalance

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6 Antworten

  1. Liebe Ingrid! wieder einmal sooooo toll, wie Du die Themen in Worte fassen kannst. ich bin ganz bei Dir. Aus diesem Grund habe ich aber auch ein gutes Beispiel: ich war angezündet von Lynne Mc Taggarts Idee – the power of 8. So habe ich mir nix Dir nix eine -Gruppe auf die Beine stellen können und sofort Termin und Regelmäßigkeit dazugeschrieben und – die, die zugesagt haben, waren alle da und es begann wunderbar. Mal sehen, wie es weitergeht. jedenfalls ticke ich genau so wie Du, deshalb habe ich Deine wunderbare Auffrischungswoche in Kreta so genossen und kann es nur wärmstens weiter empfehlen! interessanterweise sind auch unsere Söhne oft erstaunt bis geschockt, wie unzuverlässig andere sein können. Das ist tatsächlich ein Wert, den auch ich sehr hoch ansetze. Sei umarmt und bedankt! Deine Claudia

    • Liebe Claudia, so geben wir unsere Werte weiter an die nächste Generation. Das lässt hoffen. Ich drücke dir die Daumen, dass deine Gruppe zuverlässig dabei bleibt und wünsche euch viele tolle Momente, Erkenntnisse und viel Erfolg!
      Alles Liebe, fühl dich umarmt
      Ingrid

  2. Avatar gina sagt:

    Liebe Ingrid,

    ein Super post, und wie so oft, das triffst du auf ein Thema die mir sehr nah steht. Ich sehe Zuverlässigkeit auch als eine Sache von gegenseitigen Respekt und Wahrnemung der Andere. Dies war ein sehr großes Thema ziwschen mir und mein Mann. Er neighte dazu meinen immer geaußerten(gelegentlich geschrienes) Wunsch, “gib mir einfach Bescheid wenn deine Pläne sich ändern” als eine Art “Kontrolle.” Es hat circa 5 Jahren gedauert mit mehreren große Diskussionen (teilweise dramatisch!) bis wir uns hier nähe kammen und das Problem zu beidenseitigen Zufriedenheit gelösst haben. (Mal sehen wie das noch funktioniert wenn unseren ewig andaurenden Lockdown hier endet – und die Kneipen wieder auf haben!)
    Auf dich, liebe Ingrid, ist immer Verlass! Hoffentlich komme ich in den Genuss in absehbaren Zeit ein verlässlich Termin zum Kaffee trinken hier ausmachen! LG aus Kreta!

    • Liebe Gina,
      ja, das kann ich mir vorstellen, dass da unterschiedliche Wahrnehmungen und Bedürfnisse aufeinander getroffen sind. Und es freut mich, wenn ihr da jetzt einen Weg gefunden habt.
      Liebe Grüße
      Ingrid

  3. Avatar Svenja Becker sagt:

    Hallo, liebe Ingrid!

    Das kann ich gut verstehen. Auch ich gehöre nicht der Generation Smartphone an.

    Mir ging es gerade genauso, als ich erfolglos versuchte meinen Beratungskunden zum vereinbarten Telefontermin um 07:00 Uhr zu erreichen. Ich vermute, er schläft noch.
    Allerdings muss ich manchmal Beratungstermine vergeben, obwohl ich im Vorfeld die Unzuverlässigkeit meines Beratungskunden schon so einschätze, dass er diesen nicht einhalten wird. Es hat mich also nicht unerwartet getroffen, aber ich lasse mich doch manchmal auch gern – entgegen meines vorherigen Eindrucks – überraschen.
    Bei mir geht es “nur” um Existenzgründerberatungen, aber ich bereite jeden Beratungstermin individuell vor und habe somit Arbeitszeit unnütz vertan.

    Was bei mir z. Zt. das innerliche “das gehört sich nicht” hervorruft:
    Ich verfolge die Aufrufe an die “Impflinge” in meiner Heimatstadt Wilhelmshaven, Termine doch bitte abzusagen, wenn sie diese nicht wahrnehmen würden…
    … weil es doch anständig und fair wäre, diese Termine nicht zu blockieren und für andere frei zu machen!

    Ich wünsche dir eine gute Zeit und drücke dir die Daumen, dass dein Seminar auf Kreta stattfinden kann!

    Liebe Grüße
    Svenja B.

    • Liebe Svenja,
      ja, das löst in mir auch völliges Unverständnis aus, wenn Menschen nicht absagen und erst recht, wenn es um so begehrte Termine wie die aktuelle Impfung geht. Da kommen mir dann so altmodische Worte wie “Kinderstube” in den Sinn. Die “Kinderstube” bei meinen Töchtern hat jedenfalls so sehr gewirkt, dass ich manchmal schon selbst denke, so streng muss es jetzt auch nicht sein.
      Ich wünsche dir viele zuverlässige Kunden.
      Liebe Grüße
      Ingrid

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