Wenn die Erschöpfung kein Ende nimmt

Erschöpfung - Mutter arbeitend mit Kind auf dem Schoß

Der Marathon der Pandemie

Leidest du auch an Erschöpfung? Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich hier auf meinem Blog angesichts von Corona-Maßnahmen darüber geschrieben, wie es uns gelingen kann, Veränderungen zu akzeptieren. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass ich ein Jahr später immer noch über Lockdown und seine Folgen schreiben würde.

In meinen Seminaren, die gerade mal wieder in weiten Teilen auf online umgestellt werden, erlebe ich zunehmende Erschöpfung. Letztes Jahr hatten im Sommer viele Menschen zumindest eine Erholung erlebt, auch wenn nicht alles war wie vorher. Und jetzt geht vielen Menschen die Puste aus.

Wir teilen uns unbewusst unsere Kräfte ein

Wenn ich im Zeitmanagement-Seminar Übungen mache, bei denen das Zeitfenster absichtlich ganz genau vorgegeben ist, dann kann ich beobachten, dass die Menschen im letzten Drittel nochmal alle Kräfte mobilisieren. Egal, ob in solchen Übungen, im Sport oder jetzt im richtigen Leben: wir teilen uns mehr oder minder unbewusst unsere Kräfte ein. Damit kommen wir dann zwar erschöpft ans Ziel, aber dann folgt die Erholung.

Bereits in meinem Artikel „Von Achtsamkeit und Schrubbern“ habe ich darüber geschrieben, dass Menschen unbewusst davon ausgehen, dass sie nach zwei Drittel der Übungszeit ermüden. Und dann nochmal Kräfte mobilisieren. Und jetzt hatten schon alle ihre Kräfte eingeteilt und viele wissen jetzt nicht, wie sie sich wieder motivieren sollen.

Die enttäuschte Hoffnung

Derzeit ist es so, dass viele Menschen bereits Anfang des Jahres einfach nur froh waren 2020 hinter sich zu lassen, in der Annahme, dass das das Pandemiejahr war und jetzt ganz bald alles wieder weitestgehend normal wird. Und jetzt haben wir Ende März und die Aussicht auf weitere Lockerungen ist wieder in weite Ferne gerückt und erste Lockerungen sind bereits wieder zurückgenommen worden.

Vieles hilft nicht mehr so gut

Noch sind die meisten Schulen und Kindergärten zumindest in Teilen geöffnet. Gerade Familien mit Homeschooling, oft noch gepaart mit Homeoffice, gehen vielfach auf dem Zahnfleisch. Letztens im Resilienz-Webinar haben wir über eine bewährte Strategie aus der positiven Psychologie gesprochen: Dankbarkeit. Die Teilnehmerinnen hatten zumindest alle noch ihren Job und zum Teil auch einen halbwegs separaten Arbeitsplatz. Und natürlich auch viele andere Gründe, um dankbar zu sein. Trotzdem meinten einige, für mich durchaus nachvollziehbar, dass sie sich bereits seit einem halben Jahr mit solchen Gedanken über Wasser hielten und dass es einfach nicht mehr helfe gegen die Erschöpfung und den Frust.

Auch denen, die allein sind, geht es nicht viel besser. Eine Teilnehmerin meinte, für sie ist Bouldern, also Klettern in einer Kletterhalle entspannend oder Schwimmen. Auch wenn sich die eine oder andere Familie mal eine Halle mieten kann, für sie als Alleinstehende kam es nicht in Frage.

Flexibilität ist gefragt

Für mich als Coach ging es an dieser Stelle jetzt darum, flexibel auf den Frust, die Erschöpfung und die Verzweiflung der Teilnehmerinnen einzugehen. Ich habe an anderer Stelle schon einmal über die zweit- oder drittbeste Lösung geschrieben. Es ist einfach derzeit an ganz vielen Stellen für ganz viele Menschen nicht möglich, ihre Sehnsuchtsziele zu leben. Auch wenn diese verglichen mit Vorcoronazeiten bescheiden sind: einfach wieder Normalität, Sport in der Gruppe, Schwimmen gehen, regelmäßig Kollegen sehen und sich austauschen, Umarmungen …

Die zweitbeste Lösung

Deswegen geht es aktuell oft darum, diese Sehnsuchtsziele noch ein wenig (hoffentlich nur ein wenig) in die Zukunft zu verschieben und sich in der Zwischenzeit mit der zweit- oder drittbesten Lösung anzufreunden. Das sind dann vielleicht die Onlinemeetings oder Spaziergänge oder Yoga zu Hause oder laut Musikhören und alleine zu Hause tanzen oder, oder, oder. Mit meinem Chor habe ich zum Beispiel das leicht absurde Ritual entwickelt, dass wir uns online treffen, alle stummschalten und dann Playback zu unseren früheren Konzerten singen. Das ist zwar weit entfernt vom echten gemeinsamen Singen. Aber es ist besser, als sich gar nicht mehr zu sehen und auch immer noch besser als nur zu reden und gar nicht mehr zusammen zu singen.

Wie Visualisierung helfen kann

Im oben erwähnten Resilienz-Webinar habe ich mit den Teilnehmerinnen dann, weil es schon kurz vor Schluss war, noch eine schnelle Visualisierungsübung gemacht. Die kann sehr gut kurzfristig gegen Erschöpfung oder andere belastende Zustände helfen. Ich habe die Teilnehmerinnen eingeladen, sich Farben oder Bilder vorzustellen, die in ihnen gute Zustände hervorrufen. Vielleicht hast du ja Lust, das auch einmal für dich auszuprobieren: Welche Farbe löst in dir Freude aus? Gelb? Grün? Orange? Oder eine ganz andere? Und wo würde diese Farbe die Freude in dir am besten aktivieren? Möchtest du dich einhüllen in Orange? Oder soll Grün durch dich hindurchfließen?

Meinen Teilnehmerinnen letzte Woche ist es auf Anhieb gut gelungen, auf diesem Weg einen ressourcevollen Zustand zu aktivieren. Auch solche kleinen Übungen können derzeit als zweitbeste Lösung fungieren. Und vielleicht bleiben sie den Menschen ja dann auch in weniger eingeschränkten Zeiten erhalten.

Schreib mir gern unten in die Kommentare, ob die Übung bei dir auch funktioniert.

Die Autorin: Ingrid Huttary, Mindset-Expertin für souveräne Führung und gesunde Lebensbalance

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