Dem hohen Anspruch an sich selbst entkommen

weibliche Bergsteigerin - Bild zum hohen Anspruch an sich selbst

Einfach nur sein Bestes geben reicht vielen nicht

Immer wieder begegnet mir in meinen Coachings, dass meine Coachees einen extrem hohen Anspruch an sich selbst haben. Einfach nur sein Bestes zu geben reicht nicht, es muss schon perfekt und richtig, richtig gut sein. Die eigene Messlatte ist oft extrem hoch.

Manchmal ist die Überraschung groß, wenn andere sehr positives Feedback geben, während man selbst noch mit sich hadert, weil der eigene Perfektions-Antreiber nicht zufrieden ist. Gegen diesen hohen Anspruch an sich selbst anzukommen, ist oft nicht so einfach.

Klassische Herangehensweisen

Natürlich empfehle ich als Zeitmanagementtrainerin immer wieder die 80:20 Regel, das so genannte Pareto-Prinzip. Denn in vielen Fällen können wir mit 20 Prozent des Aufwands 80 Prozent des Ergebnisses erreichen. Oder das so genannte Minimax-Prinzip: maximales Ergebnis bei minimalem Aufwand. Damit kann ich oft auch 100 Prozent erreichen. Wichtig ist eben nur, den Aufwand angemessen zu halten. Denn, wie ich in meinem Artikel zu Pareto schon mal geschrieben habe: Wenn ich Wasser kochen will, dann reichen 100 Grad, wenn ich die Temperatur auf 120 Grad oder 200 Grad erhöhe, dann verdampft es nur schneller. Und oft habe ich das Gefühl, dass wir uns selbst verheizen, indem wir 120 Grad anstreben, die letztlich gar nichts bringen.

Milde walten lassen

Neben diesen eher pragmatischen Ansätzen, habe ich vor einiger Zeit zum Thema hohen Anspruch an sich selbst, bei Deepak Chopra einen sehr schönen Satz gehört: Sei milde mit dir selbst. Selbstbeschuldigungen und Verurteilungen führen niemals zum Ziel, da positive Ergebnisse niemals aus negativem Antrieb entstehen.

Finde die positive Absicht

Diese freundliche Aufforderung passt sehr gut zum Gedanken im NLP, dass hinter jedem Verhalten eine positive Absicht steckt. Denn die Menschen, die sich viel und oft selbst verurteilen, sind ja nicht dumm oder absichtlich masochistisch. Sie wollen sich meist damit zu besseren Leistungen antreiben. Oft sind es auch tiefsitzende Muster, die sie früh gelernt haben. Das Dumme dabei ist nur, dass sie sich damit stressen und schwächen. So führt diese Selbstanklage letztlich eher zu schlechteren Leistungen. Gesünder ist deswegen ein milder Umgang mit sich selbst.

Von sich selbst enttäuscht

Wenn ich erkenne, dass ich zwar etwas Gutes erreichen möchte, mir letztlich aber nur selbst schade mit meinen Selbstbeschuldigungen, fällt es mir vermutlich leichter, milder im Umgang mit mir selbst zu werden. Ich hatte im letzten Jahr im Coaching einmal den Fall, dass mein Coachee immer wieder enttäuscht war, weil er bezüglich seiner Gesundheit nicht den Fortschritt machte, den er sich wünschte. Ihn hat es in seinem Umgang mit sich selbst enorm weitergebracht, zu erkennen, dass dieses von sich selbst enttäuscht sein, auch eine Art der Selbstverurteilung ist. Sein hoher Anspruch an sich selbst steckte dahinter und so machte er sich selbst fertig dafür, dass er nicht so leistungsfähig war, wie er es sich wünschte. Dies wiederum schwächte ihn noch weiter. Ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu alter Stärke war also, erst einmal liebevoll die Schwäche anzunehmen.

Dein neuer Freund

Daran haben wir deswegen gearbeitet: Dass er sich selbst annimmt und die Symptome als wertvolle Rückmeldungen seines Systems sieht, dass er gut auf sich aufpassen soll und sich Zeit für Regeneration nimmt.

Um den eigenen Fokus weg von der Selbstverurteilung hin zu einem liebevolleren Umgang mit sich selbst zu lenken, hilft oft die folgende Übung, die ich auch bei Deepak Chopra gehört habe. Stell dir als erstes vor, du hast einen neuen Freund gefunden, der liebenswert, großherzig und unbeschwert ist. Dieser neue Freund lässt dich seine Liebe und Unterstützung spüren. Und im zweiten Schritt werde du selbst zu diesem deinem neuen Freund. Handle dir gegenüber so, wie es dieser Freund tun würde und vermeide das, was ein solcher Freund oder eine solche Freundin niemals tun würde.

Auf diese Weise aktivierst du mehr als einen positiven Glaubenssatz auf einmal. Du etablierst ein ganzes neues Glaubenssystem, das dich mehr und mehr entstresst und dich unterstützt in deinem Alltag. Meist ist es ja eher so, dass wir mit uns selbst auf eine Art und Weise sprechen und zu Gericht gehen, wie wir es niemandem von Außen zugestehen würden. Wenn es jedoch gelingt, den inneren Kritiker zu einem wohlwollenden, unterstützenden Freund umzupolen, kann es gut gelingen den hohen Anspruch an sich selbst auf ein gesundes Maß zurecht zu stutzen.

Wie ist es bei dir? Stress du dich mit deinem hohen Anspruch an dich? Bist du dir selbst ein(e) wohlwollende(r) Freund(in)?

Die Autorin: Ingrid Huttary, Mindset-Expertin für souveräne Führung und gesunde Lebensbalance

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