Erwartungen im Alltag

Erwartungen im Alltag

Wenn uns unsere Erwartungen einen Streich spielen

Neulich habe ich einen sehr schönen Satz gelesen: Glück = Realität minus Erwartung. Wie oft spielen uns unsere Erwartungen einen Streich. Als NLP-Trainerin lehre ich regelmäßig das so genannte Meta-Modell, das viele Gedankenmuster „aufspießt“.

Und viele der Muster, die wir in diesem Modell, das ich das „Modell zur Erweiterung der Wahrnehmung“ getauft habe, haben mit Erwartungen zu tun. Oft enttäuschten Erwartungen, denn die sind es, die uns selbst die Laune vermiesen können. Deswegen lautet ein anderes Bonmot: Die größten Enttäuschungen haben ihren Ursprung in zu großen Erwartungen. Warum ich trotzdem dagegen bin, gar keine Erwartungen mehr zu haben, dazu weiter unten mehr. Doch zunächst zu den oben erwähnten Gedankenmustern.

Verwechslungen im Alltag

„Wenn er sich wirklich was aus mir machen würde, dann würde er mir besser zuhören.“ In diesem Satz wird eine Verknüpfung zwischen Zuhören und Interesse hergestellt, die so gar nicht stimmen muss. Denn es ist meine Erwartung, dass Menschen, die sich für mich interessieren, mir gut zuhören. Derjenige, der vielleicht an der einen oder anderen Stelle abwesend war oder mir vielleicht ins Wort gefallen ist, weil meine Äußerung bei ihm eine Assoziation geweckt hat, macht sich womöglich viel aus mir. Nur ruhig Zuhören gehört eben vielleicht nicht zu seinen Stärken. Oder er praktiziert eine andere Art des Zuhörens, als ich mir vorgestellt habe.

Zukunfts-Erwartungen

Oft sind unsere Erwartungen auch auf eine irgendwie geartete bessere Zukunft gerichtet. „Wenn ich erst den anderen Job habe, kann ich mich wieder entspannen.“ „Wenn das Haus fertig ist, dann geht es uns endlich richtig gut.“ Mit solchen Gedanken verschieben wir unser mögliches Glück in eine imaginäre Zukunft. Und wenn wir Pech haben, tritt die so gar nicht ein.

Der Irrtum des Gedankenlesens

Ein weit verbreitetes Muster ist auch das Gedankenlesen. Wie oft denken wir, dass wir wissen, was der andere von uns erwartet. So habe ich 5 Jahre lang den Empfänger*innen meiner Inspirationsmails unterstellt, dass sie von mir erwarten, dass ich regelmäßig, aber nicht zu oft, interessante Informationen mit ihnen teile. Und deswegen jede Woche einen Blogartikel geteilt. Im Grunde habe ich damit nur meine eigenen Erwartungen an mich erfüllt. Mir hat es ein Gerüst gegeben, das aber auch ein Korsett war. Und direkt gefragt habe ich nie nach den Wünschen meiner Leser*innen.

Hellsehen all überall

Auch in Beziehungen und im Job schwingen an allen Ecken und Enden unausgesprochene Erwartungen mit, die auf einer Art Hellsehen beruhen. „Er weiß doch, dass mich das stört.“ Wirklich? Hast du ihn gefragt? „Mein Chef schätzt meine Arbeit nicht.“ Aha? Woher weißt du das? „Das sehe ich ihm an.“ Das kann durchaus auch stimmen, das möchte ich hier nicht bestreiten. Denn natürlich spricht unsere Mimik und unsere Körperhaltung Bände. Es kann aber eben auch sein, dass wir unseren Interpretationen aufsitzen.

Erwartungen an den anderen

Umgekehrt ist es ein verlässlicher Quell für Unzufriedenheit und Frust, wenn ich meine Erwartungen auf andere projiziere. Darauf beziehen sich auch vermutlich die beiden oben genannten Zitate zu Glück und Enttäuschung. Von meiner Schwester habe ich den, wie ich finde, genialen Gedanken: „Wünschen darf man sich alles.” Nur eben nicht erwarten, dass andere sich diesen Wünschen 1:1 anpassen oder sie 1:1 erfüllen.

Was passiert, wenn Enttäuschungen vermieden werden

Was ich persönlich nicht für zielführend halte, ist die Haltung, lieber gar keine Erwartungen zu haben, um keine Enttäuschungen mehr zu erleben. Wenn ich Menschen begegne, die sich so vor Enttäuschungen schützen möchten, dann werden mit dieser vorsichtigen Haltung meist eben auch gleich die eigenen Wünsche, Sehnsüchte und Ziele über Bord geworfen.

Lieber aktiv gestalten

Wenn Menschen in meinen Seminaren sitzen und bei der Erwartungsabfrage angeben, dass sie keine Erwartungen hätten, dann hake ich nach. Denn viele Kontexte, egal ob es nun ein Seminar, ein Nachmittag mit Freunden oder eine Beziehung ist, leben davon, dass ich mich mit meinen Vorstellungen aktiv einbringe. Dabei ist eine Vorstellung von dem, was ich mir wünsche, sehr sinnvoll. Wenn ich klare Ziele habe, dann unterstützen diese mich dabei, den Fokus auf das zu richten, was ich mir von dem Seminar, dem Nachmittag, der Beziehung verspreche. Nur, wenn ich weiß, was ich möchte, kann ich aktiv in meinem Sinne gestalten. Erwartungen in Form von Wünschen, Sehnsüchten oder Zielen können also durchaus hilfreich sein, um das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Wichtig ist meines Erachtens nur, die Flexibilität zu behalten, Abweichungen zuzulassen und zu managen, wenn es mal anders läuft als erwartet.

Wie ist es bei dir? Wann stehst du dir mit deinen Erwartungen selbst im Weg? Und wo helfen sie dir, dein Leben aktiv in deinem Sinne zu gestalten?

Die Autorin: Ingrid Huttary, Mindset-Expertin für souveräne Führung und gesunde Lebensbalance

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2 Antworten

  1. Avatar Jenison sagt:

    Liebe Ingrid, klasse, wenn du als Sprachwissenschaftlerin das Metamodell der bändig gestaltest. Davon würde ich mehr immer noch mehr Wünschen. 🤗

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