Was will ich eigentlich damit erreichen?

 

Bogenschießen - Was will ich eigentlich damit erreichen?

Zum zweiten Mal am Tag aufwachen

Wahrscheinlich kennst du das Phänomen auch: du gehst vom Wohnzimmer in die Küche, weil du etwas holen willst und bis du dort ankommst, hast du vergessen, was du dort wolltest und machst was ganz anderes.

Mir geht es immer mal wieder so, dass ich „mal eben schnell“ auf Facebook einen Artikel einstellen will und „nur mal kurz“ gucke, was Freunde und Kollegen schreiben – und schwupps ist wieder sehr viel Zeit ins Land geflossen, bis mir irgendwann einfällt, was ich ursprünglich erreichen wollte.

Immer wieder lassen wir uns ablenken und verlieren sehr schnell den Blick für das Wesentliche oder das eigentliche Vorhaben. Oder bewegen uns auf Autopilot und fahren den vertrauten Weg zur Arbeit, obwohl wir ganz woanders hin wollten.

Was will ich eigentlich damit erreichen?

Jens Corssen, ein bekannter Psychologen und Coach, nennt den Weg vom unwillkürlichen Handeln zum bewussten Tun „zum zweiten Mal am Tag aufwachen“. Und letztens habe ich bei einem anderen Kollegen eine Frage gefunden, die uns sehr schnell in die Bewusstheit zurückholt, wenn wir mal wieder abgedriftet sind: Was will ich eigentlich damit erreichen?

Ich surfe im Internet. Was war der Ausgangspunkt und was will ich hier eigentlich erreichen?
Ich bin in der Küche angelangt. Was will ich hier eigentlich erreichen?

Aber auch: ich diskutiere mit Kollegen. Was will ich eigentlich damit erreichen?
Ich verkünstle mich beim Dekorieren oder Ähnlichem. Was will ich eigentlich damit erreichen?
Ich ertappe mich beim Einkaufen dabei, alles Mögliche in den Korb zu legen. Was will ich eigentlich damit erreichen?

Die Pomodoro-Technik

Ein anderer Weg, um Abdriften zu verhindern, ist die so genannte Pomodoro-Technik. Benannt nach einem Küchenwecker, der aussah wie eine Tomate. Die Idee ist einfach. Ich stelle mir einen Wecker – das klassische Zeitfenster bei der Pomodoro-Technik ist 25 Minuten – und in der Zeit arbeite ich konzentriert und konsequent an meinem Vorhaben. Danach mache ich eine kurze Pause von ca. 5 Minuten. Vorab notiere ich mir, wenn es nicht eh klar ist, kurz die Aufgabe und was dafür getan werden muss.

Pomodoro (tomato) technique is a study method that helps avoiding procrastination using a kitchen timer

Wer produktiver werden will, braucht Pausen

Indem ich die Zeit künstlich verknappe, erhöhe ich meine Konzentration und drifte weniger schnell ab. Und weil es sich ein bisschen anfühlt wie ein Wettrennen gegen die Zeit, schüttet mein Körper auch wettbewerbs- und konzentrationsförderliche Endorphine aus. Ganz wichtig: die Pausen. Wer produktiver werden will, braucht Pausen! Ohne die Pausen mache ich mich nur selbst fertig, wenn ich künstlich mein Tempo erhöhe.

Wenn es dein Arbeitsumfeld erlaubt, kannst du vier Pomodori (ein Pomodoro sind 25 Minuten + 5 Minuten Pause) hintereinander machen und dann spätestens eine längere Pause von 30 Minuten. Anfangen würde ich erstmal zum Testen mit ein bis zwei Einheiten.

Also: Frag dich heute immer mal wieder: Was will ich eigentlich damit erreichen? Und wenn du Lust hast, probier mal eine Runde Arbeiten auf Zeit aus. Du wirst Staunen.

Ich wünsche dir einen produktiven Tag.

 Die Autorin: Ingrid Huttary, NLP-Lehrtrainerin und NLP-Lehrcoachingrid-rund
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3 Antworten

  1. Avatar gina billy sagt:

    Danke liebe Ingrid! Ich kamm erst heute dein letzten Post hier von 2019 zu lesen. Wie immer, hat deine Wörter mich zum überlegen gebraucht und mich inspirieirt. Dir (euch) wünderschöne Feiertage und ein guten, glücklichen, und sicheren Rutsch!

  1. 2. April 2020

    […] Aktiv gegensteuern, indem ich zwischen mich und meine Handlung einen kurzen Moment des Überdenkens einbaue und mich frage: Was will ich eigentlich damit erreichen? Was tue ich hier eigentlich? Ist das noch angemessen und sinnvoll? Sieh dazu auch meinen Blogartikel: Was will ich eigentlich damit erreichen? […]

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