Vorübergehend einhändig – ein spannendes Experiment

verbundene Hand auf Tastatur - Experiment

So ähnlich fühlte es sich zunächst an.

Vorübergehend einhändig – ein spannendes Experiment

Letzte Woche habe ich ein interessantes Experiment gemacht. Es war zunächst gar nicht als Experiment gedacht. Seit vielen Jahren schliefen mir beim Fahrradfahren und nachts die Hände ein. Das war keine besonders gravierende Einschränkung, aber schon ein lästiges Phänomen, das mit der Zeit eher schlimmer wurde. Deswegen habe ich mich nach Jahren des Zögerns dazu durchgerungen, die stärker betroffene Hand, meine linke, operieren zu lassen am so genannten Carpaltunnelsyndrom. Und so begann das Experiment.

Eine ganz neue Rollenverteilung

Ich bin Linkshänderin. Und plötzlich, von einer Stunde auf die andere, war meine dominante Hand lahmgelegt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich in den ersten Tagen die Hand gar nicht würde nutzen können. Ich konnte nichts halten, nichts schneiden, nicht tippen, nicht schreiben. Ich konnte nicht selbst Autofahren und natürlich erst recht nicht Fahrradfahren.

Das hat in unserer Familie zu einer ganz neuen Rollenverteilung geführt. Plötzlich mussten meine Töchter der Mama das Fleisch schneiden, für sie kochen, ihr die Haare frisieren, die Brötchen mit dem Fahrrad einkaufen. Natürlich ist es bei 18-jährigen lange her, dass ich sie frisieren und ihnen das Fleisch klein schneiden musste und doch fühlte es sich für alle Beteiligten an wie verkehrte Welt. Sehr spannend.

Auch beim gemeinsamen Kochen waren natürlich die Rollen neu verteilt. Hatte ich bisher bei meinen Töchtern meistens die eher unangenehmen Aufgaben übernommen, ob Zwiebel- oder Fischschneiden, konnte ich jetzt ein paar Tage nur dabei stehen und Anweisungen geben bzw. Wünsche äußern, die mehr oder minder präzise umgesetzt wurden. Das hat so manches eingeschliffene Muster aufgedeckt.

Ein wunderbares Flexibilitätstraining

Für mich selbst war es ein wunderbares Flexibilitätstraining. Noch nie hatte ich mit der rechten Hand Zähne geputzt. Ich kann dir nur empfehlen: Probier es mal aus, die Hand zu wechseln. Ich fand es überraschend herausfordernd. Für mich als Linkshänderin, die ich, wie alle anderen auch, das Messer in der rechten Hand halte, war es auch ein tolles motorisches Training, mal mit der anderen Hand die Gabel zu halten und die Brötchen zu schmieren. Aufschneiden mussten natürlich mein Mann oder die Kinder die Brötchen.

Und ich habe auch einiges dazu gelernt. Da einhändig tippen sehr umständlich ist, ich aber meinen Newsletter nicht erneut ausfallen lassen wollte, habe ich mir die Diktierfunktion meines Handys erobert. Das wollte ich eh schon länger, jetzt war es plötzlich dringend. Ich war überrascht, wie gut die Funktion inzwischen ist. Das werde ich jetzt sicher öfter nutzen.

Eine Einladung zur Dankbarkeit

Und natürlich war diese Erfahrung auch wieder eine Einladung zu ganz viel Dankbarkeit. Meine Tochter meinte zu mir: „Mama, das ist so ungewohnt. Du bist eigentlich nie krank.“ Auch mir tut mal was weh und ich bin auch ab und an erkältet, aber das führt halt nie zu größeren Einschränkungen. Und mit dieser vorübergehenden Einhändigkeit ist mir sehr bewusst geworden, wie gesund ich bin. Jetzt, wo es mir so plötzlich so bewusst wurde, bin ich dafür sehr, sehr dankbar.

Ich bin auch sehr dankbar dafür, dass die Einschränkung so kurz war. Und dass es tagtäglich signifikante Fortschritte gibt. Tag für Tag Fortschritte beobachten zu können und zu spüren, dass es deutlich bergauf geht, ist ein großes Geschenk. Insofern bin ich auch dankbar für mein so wunderbar funktionierendes Immunsystem, das sich völlig selbstverständlich, klaglos und ohne dass ich etwas dafür tun muss, an die Arbeit macht und dafür sorgt, dass die Wunde verheilt.

Lass dich inspirieren

Ich möchte jetzt nicht so weit gehen, dir zu empfehlen, mal eine Hand lahmzulegen. Aber vielleicht inspiriert dich ja dieser Artikel dazu, mal herumzuexperimentieren: Gabel und Messer mal zu vertauschen beim Essen, die Zähne mit der anderen Hand zu putzen, die Schnürsenkel mal anders herum zu binden.

Und vielleicht hast du ja auch Lust bekommen, dich öfter mal bei deinem Körper zu bedanken für all das, was er tagtäglich völlig selbstverständlich leistet.

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Selbstwirksamkeit und Lebensfreude
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einige Feedbacks unter vielen:

Alexandra aus Stuttgart:
Herzlichen Dank an Ingrid für das gute Gespräch sowie den wertvollen Trick, wie das schlechte Gewissen „weggezaubert“ werden kann. Die Anwendung war sehr einfach und erzielte große Wirkung bei mir. Nun fühle ich mich „befreiter“ und kann nach dem „Speed-Coaching“ entspannter mit alltäglichen Stresssituationen umgehen.

Ute D.:
Herzlich danken möchte ich Dir, hast Du mich doch mit wenigen von mir selbst zu beantwortenden Fragen an den Dreh-und Angelpunkt meines Lebensthemas
geführt: FREUDE UND LIEBE SCHENKEN UND LEBEN.
Danke und Deine Webseite ist WUNDERBAR!

Julia aus Wien schreibt:
Liebe Ingrid,
danke für die schnelle, einfache Hilfestellung. Durch Dein Nachfragen und vor allem das Wiederholen und Zusammenfassen meines Themas konnten wir gemeinsam schnell zum wesentlichen Punkt kommen. Die Methode funktioniert schnell und ohne viel Drama:-) Durch das Ersetzen des alten Gefühls (schlechtes Gewissen) durch das Neue (Vertrauen), dieses Neue dann auch körperlich zu erfahren /spüren und vor allem, es körperlich zu verankern gibt mir die Möglichkeit schnell und leicht und sicher ins Vertrauen zu kommen. Und zwar nicht nur in der konkret besprochenen Situation sondern auch in anderen Situationen, in denen ich mir mehr Vertrauen (in mich) wünsche. Dank des Körperankers kann ich mich am neuen Gefühl sogar „festhalten“, was ich vorher eher nur mit alten negativen Gefühlen gemacht habe, das gibt mir Sicherheit und noch mehr Vertrauen.
Vielen Dank:-)

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2 Antworten

  1. Bastian Bißwanger sagt:

    Liebe Ingrid,
    das klingt echt spannend.
    Ein ähnliches Experiment habe ich letztes Jahr begonnen: Vom einen auf den anderen Tag bin ich komplett vom Rechtshänder auf Linkshänder umgestiegen.
    Inklusive Schreiben mit Stift und Hand.
    Mittlerweile ist es bei mir sogar zur Gewohnheit geworden, dass ich das Messer in die linke Hand nehme.
    Dafür fällt mir auf, wie viel auf dieser Welt für Rechtshänder ausgelegt ist (Besteckreihenfolge, Anordnung der Tastenkürzel auf der Tastatur…)
    Liebe Grüße,
    Bastian

    • Lieber Basti,
      ich hoffe, auch du bist inzwischen wieder vollständig genesen! Dass die Tastenkürzel eher für Rechtshänder sind, ist mir noch gar nicht aufgefallen. Wieder was gelernt, wie schön.
      Liebe Grüße
      Ingrid

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