Abstand gewinnen

Abstand gewinnen - junge Frau die im Büro mit Laptop telefoniert, während der Junge sich langweilt

Wenn es dir zu viel wird, geh auf Abstand

Heute möchte ich dir eine ganz wunderbare Übung nahebringen, die es dir ermöglicht, schnell Abstand zu gewinnen, wenn du ihn brauchst. Gerade auch dann, wenn du nicht einfach mal verschwinden kannst.

Als Coach habe ich häufig Führungskräfte bei mir, die oft nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht, vor lauter Anforderungen, die auf sie einprasseln. Derzeit kommt für viele jetzt auch noch die Kinderbetreuung während der Arbeitszeit hinzu.

Im Zeitmanagement gibt es die meines Erachtens sehr weise Regel: Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Analog dazu gilt für mich bezüglich der Fülle der Anforderungen: Wenn es dir zu viel wird, geh auf Abstand. Denn mit Abstand gewinne ich emotionale Distanz und einen besseren Überblick. Das gilt sowohl für berufliche Herausforderungen als auch für den privaten Kontext.

Wenn alle ständig da sind

Auch wenn viele allmählich wieder mehr Freiheiten genießen, sind doch die meisten Menschen mehr zu Hause, als sie es normalerweise sind. Manche genießen vielleicht dieses Mehr an Nähe. Und zugleich bringt es Herausforderungen mit sich. Diejenigen, die nicht alleine leben, müssen plötzlich rund um die Uhr mit den Eigenarten, Unarten, anderen Bedürfnissen und vielleicht auch unerwünschten Verhaltensweisen der doch eigentlich Liebsten klarzukommen. Auch für diese erzwungene Nähe eignet sich die Methode, um zumindest bisweilen virtuell zu entfliehen.

Unterschiedlich emotionale Perspektiven

Jeder Mensch besitzt die Fähigkeit, Situationen aus der eigenen Perspektive wahrzunehmen, das heißt assoziiert zu erleben oder von außen, also dissoziiert zu betrachten. Dabei ist die assoziierte Wahrnehmung diejenige, die mit mehr Emotionen einhergeht. Ich bin voll im Hier und Jetzt, habe keinerlei Abstand zum Geschehen und erlebe sowohl Freude als auch Ärger oder Frust unmittelbar. Bin ich dissoziiert, sehe ich quasi mir selbst und den anderen Beteiligten zu. Dadurch gewinne ich auch emotional Abstand, was günstig ist, um mich weniger zu ärgern, ungünstig, wenn ich mich auch gern mal so richtig freuen würde. Wie so oft im Leben, hat beides seine Licht- und seine Schattenseiten, siehe auch meinen Beitrag “Perspektivwechsel“.

Der Blick von außen

Wenn du dich in einer Situation befindest, in der du befürchtest, dass du gereizt, verärgert oder gestresst reagieren könntest, dann lohnt es sich, möglichst schnell in die Sicht von außen zu wechseln.Denn je mehr Abstand du gewinnst, umso gelassener kannst du agieren.

Deswegen stelle ich dir hier jetzt eine sehr wirkungsvolle Strategie vor, um Abstand zu gewinnen und einen besseren Überblick über die gesamte Situation zu bekommen. Oft sieht die Welt schon ganz anders aus, wenn ich nur meinen Blickwinkel etwas verändere. Wenn ich schon nicht so viel unterwegs sein kann, so kann ich zumindest virtuell entfliehen, indem ich innerlich aussteige.

Der Helikopterblick

Hubschrauber zum Thema Abstand gewinnen

  1. Starte damit, dass du dich an eine vergangene Situation erinnerst, in der es dir zu viel wurde oder du dich über jemanden in deinem Umfeld geärgert hast. Vielleicht fällt dir ja eine wiederkehrende Situation ein, dann lohnt es sich besonders, diese Methode gut verankert zu haben 😉 .
  2. Stell dir dann vor, du betrachtest die ganze Situation von außen.
  3. Steig als Nächstes in deiner Vorstellung in einen kleinen Helikopter oder zeitgemäß in eine Drohne und schweb nach oben. Verschaff dir einen Überblick, spür den Unterschied und genieße die Distanz.
  4. Stell dir vor, wie du beim nächsten Mal in dieser Situation im Geist nach oben schwebst und wie dich das entspannt.
  5. Anker dir den Helikopterblick. (Falls du nicht mehr weißt, wie das geht, findest du hier die Audio-Anleitung.

Also: Viel Spaß beim Entschweben, wenn es mal wieder nervig wird.

Die Autorin: Ingrid Huttary, Expertin für souveräne Führung und gesunde Lebensbalance

ingrid-rund

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4 Antworten

  1. Avatar Mohnkorn sagt:

    Liebe Ingrid ,
    auf einer Drohne zu sitzen ist mir unangenehm, da falle ich ja mit meiner Größe u. meinem Gewicht zu schnell runter.., aber das Entschweben im Helikopter , das ist eine supertoll Idee ( am besten, wenn ” der Bergdoktor noch mit im Hubschrauber sitzt…). Schmunzel…😁
    Danke dir, das ist wirklich eine leicht umsetzbare Übung und frau kann sie derzeit gut gebrauchen

  2. Liebe Ingrid!
    was für ein toller Beitrag, 1000 Dank! ich habe auch die Ankerübung gemacht, funktioniert super. Es ist tatsächlich auch bei mir so, dass die Nähe zu unseren Söhnen in der Dichte schwer für mich auszuhalten ist…es fühlt sich super an, mit neuem Blick dranzugehen! Vielen, vielen Dank ´Claudia ps: ich habe schon mit der online-Empfehlung von Dir geredet, klingt super, danke sehr!!!!

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