Burnout

Burnout - Frauenkopf im Feuer

Die Metapher vom Burnout

Burnout ist eine Metapher, die ein ganzes Spektrum von Zuständen unter diesem einen Begriff zusammenfasst. Denn niemand brennt wirklich aus. In der Regel geht der Burnout auch eher mit einem Gefühl der Leere einher, als mit einem Gefühl von Hitze.

Burnout ist ein massiver Erschöpfungszustand

Gemeint ist mit Burnout ein massiver Erschöpfungszustand, mit oft recht unterschiedlichen Begleiterscheinungen. Dies können sein: Schlafstörungen, Verdauungsstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme, Lustlosigkeit, Gereiztheit, Sinnleere und Gleichgültigkeit, Entscheidungsunfähigkeit, diffuse Schmerzen, andauernde Müdigkeit, verringerte Initiative und Phantasie u.a.

Wie den Zustand transformieren?

Wenn Menschen mit Symptomen aus diesem Spektrum zu mir ins Coaching kommen, dann interessiert mich natürlich schon wie es ihnen aktuell geht. Und das nehme ich auch sehr ernst. Noch wichtiger jedoch als die Beschreibung der aktuellen Symptome ist mir, wie es uns gelingen kann, diesen Zustand zu transformieren.

Die Sehnsucht als Teil des Problems

Auch wenn ich es durchaus nachvollziehbar finde, dass der oder die Betroffene einfach nur die Symptome loswerden möchte, ist für mich die erste entscheidende Frage: Was hättest du gern stattdessen? Wo soll die Reise hingehen? Und hier tritt oft schon ein Grundthema zutage, das sehr stark zum aktuellen Erschöpfungszustand beiträgt: Die Sehnsucht danach, wieder genauso powervoll zu sein, wie mit 25. Oder der Wunsch, allem gerecht werden zu können und dafür möglichst noch mehr Kraft zur Verfügung zu haben, als vor dem Auftreten der ersten Symptome.

Diese Wünsche kann ich sehr gut verstehen. Sie sind nur Teil des Problems. Denn gerade diese Sehnsucht, alles zu schaffen, obwohl das entweder bereits völlig unrealistisch ist oder aber nur mehr geht um den Preis von irrwitzigem Zeitaufwand, gern gepaart mit immer weniger Schlaf, führt ja zur totalen Erschöpfung.

Erwartungsdruck und Tempo

Der massive Druck unter dem die Menschen in ihrer Arbeitswelt stehen hat sich in den letzten 10-15 Jahren nochmal extrem intensiviert. Die Arbeitsanforderungen sind immer höher geworden, bei all jenen, die außertariflich bezahlt werden sowieso, aber auch auf fast allen anderen Ebenen.

Gleichzeitig haben fortwährende Umstrukturierungs- und Einsparungsmaßnahmen dazu geführt, dass die vorhandene Arbeit inzwischen in sehr vielen Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen auf die Hälfte der Schultern verteilt wird.

Der Erwartungsdruck von Außen, die Schnelligkeit der Kommunikation, die Fülle der Herausforderungen haben für viele Menschen massiv zugenommen.

Alles zu schaffen geht nicht mehr

In den meisten meiner Seminare zu Zeit- und Stressmanagement ist zum Beispiel das hohe, kaum mehr bewältigbare Emailaufkommen ein Thema. Wenn sich dann jemand das Ziel setzt, jeden Abend sein Emailpostfach aufgeräumt zu hinterlassen, dann ist das oft bereits ein illusorisches Ziel. Und das ist nur einer von vielen Faktoren. Wer unter solchen Umständen immer noch alles schaffen möchte, den erwischt es oft, dass er solchen in totale Erschöpfung gerät, bis hin zu totaler Handlungsunfähigkeit und oft sogar mit suizidalen Gedanken.

Eine andere Haltung

Anders sieht es bei jemandem aus, der sich in so einer Situation sagt: „Ich mache halt so viel ich kann und wenn es heute nicht klappt, dann eben morgen oder übermorgen. Irgendwie wird es schon gehen. Ich habe zwar viel zu tun und meine Familie möchte auch noch was von mir, naja, aber irgendwie komme ich schon durch.“ Selbst wenn der wollte, bekäme der nie im Leben einen Burnout.

Um einen Burnout zu „erwerben“ braucht es andere Werthaltungen, eben jene, die einen immer mehr antreiben, um doch noch alles schaffen zu wollen. Und diese Werthaltungen sind den Betroffenen nicht oder nur in geringem Maße bewusst. D.h. im Unbewussten laufen Prozesse, die dazu beitragen, dass die Symptome auftreten. Und diese gilt es zu identifizieren und dann zu transformieren.

Viele Ratschläge helfen nicht

Deswegen helfen viele Ratschläge nicht. Jemandem, der wie ein Hamster im Rad rennt und rennt und rennt, um allem gerecht zu werden, ist nicht damit gedient, wenn er irgendwo liest oder empfohlen bekommt, er möge sich doch mal entspannen. Klar, Entspannung hilft, aber sie löst das Problem nicht, dass die selbstgesteckten Ziele nicht mehr zu erreichen sind.

Auch viele im Grunde sinnvolle Tools aus dem Zeitmanagement greifen nicht mehr bei jenen, die bereits sehr gut organisiert sind und bei denen die Fülle der Aufgaben, die sie auf Prio A haben, nicht mehr im Verhältnis zur verfügbaren Zeit steht.

Gerade die Leute, die besonders engagiert und besonders kompetent sind, diejenigen, die es wirklich gut machen wollen und am liebsten allen Erwartungen gerecht werden wollen, genau diese Leute sind besonders gefährdet, in den Burnout zu geraten. Also genau die Stützen unserer Leistungsgesellschaft.

Es braucht kreative Lösungsansätze

Um in einem Umfeld von massivem Druck und ständiger Überfülle an Herausforderungen handlungsfähig zu bleiben, braucht es veränderte Grundhaltungen. Und die Betroffenen brauchen kreative Anregungen, um sich selbstwirksam helfen zu können, indem sie gerade auch in schwierigen Kontexten den Zugang zu den eigenen Fähigkeiten reaktivieren und anwenden.

Die neue Gelassenheit

Neulich im dritten Seminar einer Seminarreihe für frischgebackene Führungskräfte meinte eine der Teilnehmerinnen, die sich vorher schier aufgerieben hatte, dass sie ihren Mitarbeiterinnen mit ihrer neuen Gelassenheit schon manchmal auf die Nerven ginge. Wir haben dann im Bereich der verständnisvollen Kommunikation noch etwas nachgebessert, damit die Mitarbeiterinnen weiterhin motiviert bleiben. Für die betroffene Führungskraft war die neue Haltung enorm gesund. Gelassener hinnehmen zu können, was an Restriktionen da ist, ohne gleichgültig zu werden, ist eine der wichtigen Fähigkeiten, um im heutigen Umfeld gut für sich zu sorgen und damit dauerhaft leistungsfähig zu bleiben.

Auswirkungen im familiären Umfeld

Ein Teilnehmer meines NLP Kompaktkurses auf Kreta hat nach dem Kurs seine Morgenroutine völlig neu gestaltet. Der Effekt geht so weit, dass seine Frau in der Kita gefragt wurde, was sie denn im Urlaub gemacht hätten. Ihre Tochter sei neuerdings so entspannt.

Oft leidet insbesondere das familiäre Umfeld, wenn der Stress überhandnimmt. Und dem ist meist nicht beizukommen mit guten Vorsätzen. Insbesondere, wenn diese sich auf etwas beziehen, was nicht mehr passieren soll. Ich werde die Kinder nicht mehr anbrüllen o.ä.

Geht es dir auch so, dass du unter Druck stehst und die Fülle der Herausforderungen dich schier erschlägt? Wie gehst du damit um? Wie sorgst du für dich?

Die Autorin: Ingrid Huttary, Mindset-Expertin für souveräne Führung und gesunde Lebensbalance

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2 Antworten

  1. Mohnkorn sagt:

    Liebe Ingrid,
    weiterhin ein großes Dankeschön für deine anregenden Blogs von mir.
    Diesmal aber habe ich mich ratlos gefragt: Wie genau entsteht bei einem supergestressten Menschen plötzlich Gelassenheit. Das ist doch ein bisschen so, als würde man (den prinzipiell sinnlosen) Ratschlag erteilen: Hab doch keine Angst oder eben:
    Sei doch einfach gelassen…

    • Liebe Brigitte,
      ich gebe zu, dass ich in diesem Artikel nicht detailliert beschrieben habe, wie es gelingen kann, mehr Gelassenheit zu entwickeln. Das hängt sehr von der Person ab, die stark gestresst ist. Manchmal hilft Zustandsmanagement, manchmal geht es darum, die Bedeutung der stressauslösenden Herausforderungen in einen anderen, meist größeren Rahmen zu setzen, um die Wichtigkeit zu reduzieren. Manchmal braucht es tiefgreifendere Methoden, die direkter auf der Gefühlsebene ansetzen oder Methoden, die alte, oft früh gelernte Muster verändern. Und ja: Ratschläge helfen in der Regel gar nicht.
      Das Thema Burnout ist so komplex, dass ich in diesem Blogartikel auf konkrete Tipps verzichtet habe.
      Liebe Grüße
      Ingrid

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