Mein perfekter Tag

Mein perfekter Tag

Letzte Woche habe ich hier ja bereits einen Beitrag zu den Tücken der Wahrnehmung veröffentlicht. Daran schließe ich heute an. Vor ein paar Tagen habe ich von einer Kollegin eine Email erhalten, in der sie ihren perfekten Tag beschrieben hat. Das Ziel der Email war, mich für ihr Programm zu gewinnen, damit auch ich eines Tages meinen perfekten Tag erlebe.

Lauter perfekte Tage

Bei mir war der Effekt jedoch ein anderer. Mir fiel es plötzlich wie Schuppen von den Augen, dass ich mir bereits lauter perfekte Tage schaffe. Nicht alle meine Tage sind immer perfekt, ich erinnere bloß an meinen Kampf mit der Technik.

Aber ganz viele Tage sind genauso, wie ich sie haben möchte. Mit Milchkaffee im Bett und Selbstbild auf den Ohren, mit genüsslicher heißer Dusche, mit Kapalabhati und ein paar Yogaübungen für einen guten Start in den Tag. Später dann gemütliches Frühstück mit meinem Mann, arbeiten an meinen Projekten, vielleicht einer Runde Walking um den See. Abends gemeinsam kochen oder ausgehen.

Und auch die Tage, an denen ich im Seminar stehe, machen mir in der Regel Spaß. Wenn das Hotel dann auch noch eine Sauna hat und ich den Tag dort genüsslich ausklingen lassen kann, ist das natürlich das Sahnehäubchen.

Die negative Vorprogrammierung

Versteh mich bitte nicht falsch. Mir geht es nicht darum, dir zu erzählen, wie toll ich bin. Vielmehr ist es ganz häufig so, dass wir gar nicht merken, dass wir uns unser Leben genauso eingerichtet haben, wie wir es gern hätten. Dummerweise nehmen wir all das Schöne oft nicht wirklich wahr – wenn uns nicht gerade jemand mit der Nase darauf stößt.

Zum einen geschieht dies, weil wir der von Hause aus eingerichteten Vorprogrammierung unseres Gehirns aufsitzen, dass das Negative stärker empfunden wird. Zum anderen vergessen wir vor lauter Streben nach „höher, schöner, weiter“ das Jetzt zu würdigen. Auch hier wieder: Versteh mich nicht falsch: Ich finde Ziele wichtig und sinnvoll, ich arbeite auch selbst mit Zielen, sonst wäre ich nicht da, wo ich heute bin und würde auch keinen Onlinekongress veranstalten. Für mich ist die Würdigung dessen, was ist, in Kombination mit dem Streben nach Neuem die perfekte Kombination. Und gerade die Würdigung des vorhandenen Schönen braucht viel Bewusstheit.

Das vermeintliche eigentliche Leben

Mir fiel im Zusammenhang mit dem Streben nach dem perfekten Leben auch gleich wieder Jens Corssens Geschichte ein zum vermeintlich eigentlichen Leben. Auf seinem CD Set „Als Selbstentwickler zu privatem und beruflichen Erfolg“ erzählt Jens Corssen von einem Klienten, der mit psychosomatischen Beschwerden in seine Praxis kam. Im Verlauf des Gesprächs ließ Corssen den Mann selbst erkunden, welche Gedanken ihn krank machten. Zunächst fragte er ihn, warum er diese Beschwerden habe. Der Mann stutzte zunächst, dachte nach und meinte dann: „Ich lebe nicht mein eigentliches Leben. Ich würde lieber auf einer griechischen Insel leben.“

Als Corssen sofort zum Telefonhörer griff, um ihn in die Verwirklichung seines „eigentlichen Lebens“ zu schicken, hielt der Mann ihn erschrocken zurück. „Halt. Das geht nicht.“ Und zählte all die guten Gründe auf, warum er da, wo er ist, auch sein möchte: seine Familie, seine Mutter, das Erreichen von beruflichen Zielen, finanzielle Erwägungen … Das Gespräch gipfelte darin, dass er Corssen darum bat, anzuerkennen, dass sein Haus in Italien doch schon fast wie griechische Insel sei. Der Effekt war verblüffend. In dem Moment, wo der Mann aufhörte, zu denken, dass er eigentlich lieber woanders wäre, verschwanden die psychosomatischen Symptome.

Das Gute, das schon da ist

Wenn ich zu sehr gefangen bin in der Überzeugung, dass es woanders besser und schöner wäre, verpasse ich schlimmstenfalls mein reales Leben und werde, wie im obigen Beispiel womöglich gar krank darüber. Deswegen ist es so wichtig, sich regelmäßig bewusst zu machen, was alles bereits Gutes da ist.

  • Was läuft in deinem Alltag bereits so, wie du es magst?
  • Was tust du bereits, damit deine Tage sich für dich stimmig und richtig anfühlen?
  • Welche positiven Gewohnheiten hast du bereits etabliert?

Der Irrtum vom Ankommen

An dieser Stelle möchte ich noch mit einem weiteren Irrtum aufräumen, dem ich selbst lange aufgesessen bin. Es gab eine Zeit in meinem Leben, da wollte ich gern endlich ankommen. Dieses Ziel habe ich für mich verworfen. Wo wäre ich denn, wenn ich „angekommen“ wäre?

Für mich geht es heute darum, immer wieder aktiv eine gesunde Balance zwischen dem Genießen des Hier und Jetzt und dem Streben nach etwas Neuem herzustellen. Also gleichzeitig anzukommen und auf dem Weg zu sein.

Mein perfekter Tag besteht also aus vielen positiven Gewohnheiten, dem Erschaffen und Erkennen von schönen Momenten und dem Streben nach neuen Ufern.

Die Übung „Mein perfekter Tag“

Nachdem ich jetzt so dafür plädiert habe, erst einmal anzuerkennen, was bereits Schönes da ist, hier nun nichtsdestotrotz die Übung „Mein perfekter Tag“. Ich finde sie enorm hilfreich, um überhaupt erst einmal eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie es wäre, wenn es so richtig schön wäre.

Also: Mal dir mal aus, wie er wäre dein perfekter Tag. Der perfekte Tag in deinem selbstbestimmten Alltag. Nimm dir ein Blatt Papier und schreib auf, was alles vorkommt an deinem perfekten Tag.

Mein perfekter Tag:

  • Wie beginnt er?
  • Wie verläuft er weiter?
  • Was tust du?
  • Mit wem verbringst du Zeit?
  • Wo bist du?
  • Wie ist deine Umgebung?
  • Wie klingt dein Tag aus?

Und dann gleiche dieses Ergebnis ab mit dem, was schon Schönes da ist. Und unternimm vielleicht heute noch einen kleinen ersten Schritt, um noch mehr von dem, was deinen perfekten Tag ausmacht, in deinen Alltag zu integrieren.

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Selbstwirksamkeit und Lebensfreude

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2 Antworten

  1. Avatar Mauki sagt:

    Meine Tage sind bereits nahezu perfekt: Income, Outcome – mein Job gibt mir die zeitliche Flexibilität, die es mir erlaubt, meinen Tag komplett nach meinen Bedürfnissen zu gestalten. Jetzt fehlt nur noch der Partner für die perfekten Nächte… 😉 Danke liebe Ingrid!

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