Was wünschst du dir stattdessen?

Was wünschst du dir stattdessen

Was wünschst du dir stattdessen?

Nachdem ich letzte Woche an dieser Stelle über das Modell der Welt geschrieben habe, biete ich dir diese Woche einen Weg an, wie du deine Vorstellung von der Wirklichkeit verändern und erweitern kannst. Und nicht nur deine. Mit Fragen wie „Was wünschst du dir stattdessen?“, kannst du auch andere Menschen auf neue Ideen bringen.

Einfluss nehmen auf meine Vorstellung von der Wirklichkeit

Nach meiner Erfahrung ist es extrem hilfreich, sich Fragen zu stellen. Fragen sind das beste Mittel, um die vorhandene Vorstellung der Wirklichkeit zu verstehen und zu erforschen und sie zugleich zu erweitern und in eine zieldienliche und nutzbringende Richtung zu lenken.

Ein nützliches Fragenset

Deswegen stelle ich dir heute ein Fragenset vor, das ich auch häufig im Coaching nutze. Du kannst es wunderbar für dich anwenden, um ein wichtiges Thema innerlich zu bewegen. Du kannst damit nach der Lösung für ein eigenes Problem suchen. Und du kannst es nutzen, um Gespräche mit andere zu steuern, die ein Problem bewegen und nicht nur einfach darüber reden wollen, sondern tatsächlich auf neue Ideen kommen möchten.

Ich greife hier mal das Beispiel auf, das sich auch in meinem Buch „Wir können auch anders…“ findet:

Wie du das Problem verstärkst

Angenommen, eine gute Freundin ruft dich an und erzählt dir, vielleicht sogar zum wiederholten Mal, wie sehr sie sich über ihren Mann ärgert.

Wenig hilfreich ist es, wenn wir uns in solchen Situationen mit Fragen beschäftigen, die eher das Problem verstärken, als den Fokus in eine andere Richtung zu lenken:

  • Warum macht der das bloß immer?
  • Wieso passiert das immer mir?
  • Was mache ich bloß falsch?

Lauter „gute“ Gründe

Auf die erste Frage erhalte ich lauter gute Gründe, warum der Mann sich so verhält. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich hieraus eine Veränderung entwickelt, ist äußerst gering. Mit den anderen beiden Fragen suche ich den Fehler bei mir. Meistens finden sich Antworten, wie: Ich bin eben zu gutmütig. Mit mir kann man es ja machen. … Oder eben wieder lauter gute Gründe, warum es immer (wirklich immer?) mir so geht. Impulse für Veränderungen gehen von diesen Fragen noch keine aus.

Die klassische „Warum“-Frage fokussiert auf das Problem. Wenn du jetzt mit deiner Freundin diesen Fokus beibehältst, werdet ihr euch sicherlich gut verstehen, denn geteiltes Leid ist halbes Leid, doch welcher Zustand entsteht? Einer, in dem ihr voller Tatendrang zu neuen Ufern aufbrecht oder eher einer, in ihr gemeinsam kummervoll mit dem Schicksal hadert?

Ich möchte nicht sagen, dass Fragen, die auf den Status Quo fokussieren, grundsätzlich falsch sind. Um das Gegenüber zu verstehen, um sich in den anderen einzufühlen und um einen guten Draht herzustellen, sind problemorientierte Fragen durchaus sinnvoll und nützlich.

Neue Impulse setzen

Doch wenn dann die Basis vorhanden ist, dann braucht es neue Impulse, die in eine andere Richtung weisen. Solche Impulse erzeugst du am schnellsten, indem du den Fokus der Aufmerksamkeit in eine neue Richtung lenkst. Mit Fragen, die auf Ziele, Wünsche, Alternativen und den eigenen Handlungsspielraum abzielen.

Frag deine Freundin zur Abwechslung mal:

  • Was wünschst du dir stattdessen?
  • Wohin willst du?
  • Was kannst du tun, damit sich die Situation ändert?
  • Wie kannst du etwas ändern?
  • Wie soll es weitergehen?

Was macht den Unterschied?

Der Unterschied zwischen „Was mache ich bloß falsch?“ und „Was kann ich ändern?“ scheint auf den ersten Blick gar nicht so groß, doch die Fragen weisen in unterschiedliche Richtungen. Bei der ersten Frage „Was mache ich bloß falsch?“ erhalte ich Antworten, die den bestehenden Zustand beschreiben und diesen eher zementieren. Bei der zweiten Frage „Was kann ich ändern?“ erhalte ich Antworten, die in Richtung eines erwünschteren Zustands führen.

Wenn du wirklich etwas bewirken möchtest, dann achte unbedingt noch darauf, dass du so lange nachfragst, bis sich Räume öffnen für eigene Aktivitäten. Egal ob im Gespräch mit der Freundin oder im Selbstgespräch auf der Suche nach Ideen für deine eigenen Herausforderungen. Frag so lange, bis du zu Zielen gelangst, die selbst gestaltbar sind.

Was kann dich unterstützen?

Wenn du dann gemeinsam mit deiner Freundin eine oder einige Ideen dazu entwickelt haben, welche Ziele sie verfolgen möchte, dann kannst du die dritte Fragerichtung anschließen. Frag deine Freundin nach Ressourcen. Spürt gemeinsam die Mittel auf, die bei der Umsetzung der generierten Ziele und Schritte behilflich sein können. Dabei verstehe ich unter Ressourcen alles, was sie unterstützen kann: eigene Fähigkeiten, positive Gedanken und Gefühle, Freunde, Verwandte und Bekannte, alles, was sie als hilfreich empfindet und was sie unterstützen kann, das Thema anzugehen bzw. den problematischen Zustand zu verändern.

Frag gezielt nach:

  • Was brauchst du dafür?
  • Was kann dich ermutigen?
  • Was kann dich unterstützen?
  • Wer kann dich unterstützen?
  • Welche Ressource würde dir dabei helfen?
  • Wovon brauchst du mehr?

Und dann sei neugierig, was sich aus all den vielen Fragen für neue Impulse entwickeln. Nach meiner Erfahrung besteht der große Vorteil von Fragen, darin, dass der Befragte anfängt, selbst Antworten zu suchen. Damit haben Fragen eine sehr viel größere Wirkung als Ratschläge.

Was brauchst du jetzt noch, um die drei Fragerichtungen auszuprobieren?

 Die Autorin: Ingrid Huttary, Coach für Selbstwirksamkeit und Lebensfreude
  • Du brauchst mehr als nur ein paar schlaue Fragen, um dein Problem zu lösen?

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